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Wissenswertes zum Weg
7. Mai 1525. Schauplatz: Der „Geilbuck“ südlich des Dorfes Ostheim am Fuß des Hahnenkamms, unterhalb des Rechenbergs gelegen. Tausende von Bauern aus dem Ries und vom Hesselberg haben sich – wie an zahlreichen anderen Orten in Süddeutschland und Thüringen - zum Aufstand gegen ihre Herren zusammengerottet. Auch die ehemals freien Wehrbauern der fränkischen Königsmark um Geilsheim, Westheim und Ostheim vereinigen sich mit ihnen. Auch sie fordern Schutz vor Willkür, Wiederherstellung der dörflichen Selbstverwaltung und – auf dem Hintergrund der sich ausbreitenden Reformation – religiöse Freiheiten. Am Tag zuvor haben sie das nahe Kloster Auhausen geplündert, und nun ziehen sie zwischen Westheim und Ostheim in Richtung Heidenheim, um im dortigen Kloster das gleiche zu tun. Aber hier am Geilbuck treten ihrem ungeordneten Haufen unverhofft die berittenen Söldner des Markgrafen Kasimir von Ansbach entgegen. Es entbrennt ein langes und blutiges Hauen und Stechen, in dem die Bauern unterliegen. Mehr als 3000 ergeben sich, über 1000 kommen ums Leben, andere können in die Wälder fliehen. Die verlorene Schlacht bedeutet das Ende des Bauernaufstandes im Ries. 23. August 1986. Schauplatz: Das Dorf Ostheim. Es tobt ein heftiges Gewitter. Ein Blitz schlägt in die um 1310 erbaute Chorturmkirche ein und setzt das Dach in Flammen. Der Dachstuhl und das Turmgebälk brechen zusammen, die Orgel und die Empore brennen, die vier Glocken schmelzen. Wie durch ein Wunder hält das Gewölbe des Chors den herabstürzenden Erzklumpen stand. Aber das Löschwasser hat den Taubenkot, der sich im Turm angesammelt hatte, aufgeweicht und sickert nun durch das Gewölbe in die wertvollen Fresken des Chors aus dem 14./15. Jahrhundert ein. Fast drei Jahre dauern die Arbeiten am Wiederaufbau der Kirche und die langwierigen Renovierungsarbeiten an den Fresken. Heute sind auch die Spuren dieses zweiten Unglücks in der Geschichte von Ostheim beseitigt. Die Fresken in ihren leuchtenden Farben sind wieder das Kleinod der Kirche, das weit und breit seinesgleichen sucht. In den Feldern des Gewölbes sind die großen Glaubensverkünder des frühen Christentums dargestellt: Die Symbole der 4 Evangelisten, die zwölf Apostel und - als Hauptgestalten, in Größe und künstlerischer Ausgestaltung dominierend – die großen abendländischen Kirchenlehrer Ambrosius, Augustinus, Hieronymus und Papst Gregor. Am inneren Chorbogen thront Christus als Weltenrichter, am Chorbogen mahnen die klugen und törichten Jungfrauen den Betrachter zur Wachsamkeit. Zahlreiche Epitaphien der Herren von Rechenberg im Renaissancestil, darunter auch WerkeLoy Herings und anderer Eichstätter Bildhauer, schmücken die Wände des Chors und Chorbogens. Die Burg dieses Adelsgeschlechtes lag östlich des Ortes am Hang des heutigen, nach ihnen benannten Rechenbergs. 1583 starben sie aus. Ihr Besitz, darunter Ostheim, kam an die Ansbacher Markgrafen, die Burg wurde im 30-jährigen Krieg zerstört. Eine kleines Kuriosum: Im 19. Jahrhundert diente die Ruine einem Wilderer als Unterschlupf, dem man in dem unwegsamen Gelände nur schwer beikommen konnte. Nach seinem Tod demolierten die Ostheimer die Burg vollends – und das nur, um so etwas in Zukunft zu verhindern.
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