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Wanderung in der Umgebung des ehemaligen Dominikanerinnenklosters Engelthal
Wissenswertes zum Weg
„Swinach“, Schweinach, hieß die hieß die
kleine Ansiedlung, die schon um 700 entstanden war, ursprünglich.
Als dort aber 1243 der Ministeriale Ulrich von Königstein ein
Dominikanerinnenkloster gründete und es „Engelthal“ nannte, ging
dieser Name bald auch auf das Dorf über. Durch reiche Schenkungen
begünstigt, entstand in kurzer Zeit eine große Klosteranlage. Ihre
Ausdehnung ist an den erhaltenen Bauten - darunter Teile der
Klostermauer, zwei Klostertore, ehemalige Wirtschaftgebäude - noch
heute zu erkennen. Die um 1270 in der Art der Bettelordenskirchen
erbaute, 1747-51 barock ausgestattete Klosterkirche St. Johannes der
Täufer ist heute evangelische Pfarrkirche.
Der sicher bedeutendste erhaltene Bau ist jedoch die „Willibaldskapelle“, ältester Kern des einstigen Klosterdorfes. Im 11. Jahrhundert wurde sie von Bischof Gundekar II. geweiht, im 14. Jahrhundert neu und größer errichtet, im Markgrafenkrieg 1553 niedergebrannt. Da man sie später gar mit einer Scheune überdeckte, schien sie als Gotteshaus endgültig verloren. Als 1954 die Katholiken des Ortes ihre eigene Kirche bauten, wählten sie in Fortsetzung der örtlichen Tradition Willibald als Patron. Erst 2005 erstand dann auch „seine“ alte Kapelle wieder. Von Umbauten befreit und fachgerecht renoviert dient sie seitdem als Raum für religiöse, kulturelle und gesellschaftliche Veranstaltungen. Bald nach der Gründung entwickelte sich Engelthal zu einem Ort tiefen mystischen Glaubenslebens mit großer geistlicher Ausstrahlung. Von 1289 bis 1356 lebte hier die Nonne Christine Ebner, die ihre zahlreichen Visionen und Offenbarungen niederschrieb und zu den bemerkenswertesten Frauen dieser Zeit zählt. 1505 kam das Kloster unter Nürnberger Herrschaft. Nach der Einführung der Reformation durfte es keine Novizinnen mehr aufnehmen und war damit zum Aussterben verurteilt. 1565 übergab es die letzte Priorin, Anna Tucher, der Stadt Nürnberg, die es endgültig auflöste. Ausgangspunkt unserer Wanderung ist Henfenfeld, etwas außerhalb des Bistums gelegen. Sein sichtbarer Mittelpunkt ist die evangelische Nikolauskirche mit ihrem von einem hohen Spitzhelm gekrönten gotischen Turm, der 1491 an die schon vorhandene Chorturmkirche angebaut wurde. Eine große Kostbarkeit sind 7 Glasfenster aus der Werkstatt des Nürnbergers Veit Hirsvogel, der sie nach Vorlagen von Albrecht Dürer und Hans Baldung Grien fertigte. Sie gehörten zu einem Zyklus von über 50 Bildern aus dem ehemaligen Karmeliterkloster in Nürnberg. Erst im 18. Jahrhundert kamen sie hierher. In die Felder der in das gotische Langschiff eingebauten barocken Emporen malte Johann Christoph Reich aus Hersbruck 1729/30 biblische Szenen. Die Bürger konnten sie damals für je 1 Gulden und 30 Kreuzer stiften. An der Außenwand steht zwischen Turm und Chor das Grabmonument der Patrizierfamilie Pfinzing. Seit dem 16. Jahrhundert waren sie als Besitzer des 1553 erbauten mächtigen Schlosses auf dem Berg gegenüber der Kirche die Patronatsherren der Kirche. Landschaftlicher Höhepunkt der Wanderung ist auf 612 m Höhe gelegene, 25 m hohe Arzbergturm. Zusammen mit der Edelweißhütte, die das leibliche Wohl garantiert, ist er ein beliebtes Wanderziel. Wer die 117 Stufen bis zur Aussichtsplattform erklimmt, darf sich an klaren Tagen eines überwältigenden Rundblicks erfreuen - bis zum Fichtelgebirge, zum Böhmer- und Steigerwald und hinaus nach NürnbergZurück zur Übersicht "Bistum" Kulturwanderung |