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Auf dem "Mühlenweg" per Rad oder zu Fuß durch das Tal der kleinen Roth
Wissenswertes zum Weg „Es klappert die Mühle am rauschenden Bach, bei Tag und bei Nacht ist der Müller stets wach. Er mahlet das Korn zu dem kräftigen Brot, und haben wir solches, so hat´s keine Not“. So idealisiert ein Kinderlied das Leben und die Aufgabe eines Berufsstandes, der einst zu den wichtigsten und begütertsten zählte Es war wohl einer der ganz großen Fortschritte, dass die Menschen lernten, ihre eigene Arbeit durch die Kraft des fließenden Wassers zu ersetzen uns diese Antriebskraft ihm Laufe von Jahrtausenden durch Erfahrung immer mehr zu vervollkommnen, bis sie schließlich mit Hilfe des Wasserrades Korn zu Mehl mahlten, Eisen schmiedeten, Öl pressten, Holz bearbeiteten, Wolle zu Loden walkten, Lumpen für die Papierherstellung zerstampften, Spiegel schliffen, ja sogar Schießpulver herstellten. Überall, wo fließendes Wasser vorhanden war, entstanden verschiedenartigste Mühlen. Allein an der Roth und ihren Nebenbächen gab es annähernd 30.
Die wenigen verbliebenen wurden zu leistungsfähigen „Kunstmühlen“ und produktionsintensiven „Fabrikmühlen“ erweitert, einige wurden auch die Keimzelle eines Industriebetriebs, wie es das „Fabrikmuseum“ in der Oberen Mühle in Roth am Beispiel der Leonischen Industrie hervorragend zeigt. Die meisten Mühlen aber hat man wegen ihrer idyllischen Lage zu begehrten Wohnhäusern umgebaut, nutzt sie als rein landwirtschaftliche Betriebe, Gasthöfe, Reiterhöfe, Antiquitätenläden oder erhält sie als Museum, wie den „Historischen Eisenhammer“ in Eckersmühlen. Nicht wenige verfallende, früher stattliche Mühlengebäude zeugen aber auch heute noch vom harten Existenz- und langen Überlebenskampf ihrer Besitzer. Heute beginnt man wieder nachzudenken über das Kulturgut, das mit den alten Mühlen verloren gegangen ist. Mühlenlehrpfade sollen vielerorts die alte „Mühlenkultur“ wieder ins Bewusstsein bringen und den Menschen neu erschließen. Dies möchte auch der neue „Mühlenweg“, der im Tal der Roth 17 ehemalige Mühlen verbindet und Menschen mit unterschiedlichen Interessensgebieten anzusprechen vermag: kultur- und sozialgeschichtlich Interessierte, für welche die Geschichte und Bauweise der Mühlengebäude und der gesellschaftliche Stand der Müller im Mittelpunkt stehen; Naturfreunde, die sich an der Stille des idyllischen Tales mit seiner vielfältigen Flora und Fauna erfreuen können; „Techniker“, die darüber staunen werden, wie einfach und effektiv unsere Vorfahren die Kraft des Wassers zu nutzen vermochten. Eine gute Hilfe dazu ist die kostenlose Broschüre „Der Mühlenweg von Hilpoltstein nach Roth“ mit umfangreichen Informationen über jede einzelne Mühle, ihre Besitzer und die heutige Nutzung der Gebäude. Eine Wegskizze und die ausführliche Wegbeschreibung ermöglichen es, den Weg oder einzelne Abschnitte problemlos zu erwandern oder mit dem Rad zu befahren.
Mühlenweg nördlicher Abschnitt
Mühlenweg südlicher Abschnitt Zurück zur Übersicht "Bistum" Kulturwanderung |