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Wanderung zu drei fast vergessenen Burgen
Wissenswertes zum Weg Nicht selten findet man auf topographischen Karten die Bezeichnung „Burgstall“. Im heutigen Sprachgebrauch meint sie eine „Burgstelle“, also eine Stelle, an der vor langer Zeit eine Burg stand, von der aber keine oder nur mehr ganz geringe Überreste erhalten sind. Nicht selten liegen Burgställe an landschaftlich markanten Stellen, z. B. auf Bergkuppen oder Felsnasen mit einer großartigen Aussicht auf die Umgebung. So bei Unteremmendorf, einem kleinen Dorf im Altmühltal. Hier erhoben sich auf drei etwas vorspringenden, steil ins Tal abfallenden Felsen, dem Torfelsen, dem Saufelsen und dem Hubertusfelsen drei Burgen, die freilich von unserer landläufigen Vorstellung von einer Burg ziemlich weit entfernt sind: Sie bestanden aus nicht viel mehr als einem von einer Mauer umgebenen turmartigen Gebäude, das durch einen in den Felsen gehauenen Halb- oder Viertelkreisgraben gegen das Hinterland abgesichert war, hatten jedoch eine große strategische Bedeutung, da von hier aus das gesamte Altmühltal von Kinding bis Beilngries einsehbar war. Die älteste und heute eindrucksvollste der drei Burgen lag auf dem Torfelsen. Seinen Namen hat er von dem durch die Erosionskraft der Ur-Donau entstandenen „Felsentor“. Vermutlich verlief durch diesen natürlichen Torbogen der Eingang in die Burganlage. In diese waren auch zwei natürliche Höhlen einbezogen: eine größere, die 25 m tief in eine Felsbank führt und auch heute noch begehbar ist, und eine zweite, nur 15 m tiefe, die etwas westlich davon liegt. Die zweite Burg lag 200 m weiter östlich auf dem Saufelsen. Der Burgstall auf dem Felsplateau ist nahezu quadratisch. An seiner Ostfront sind noch Fundamentreste des Berings zu erkennen. Rund 1000 m westlich vom Felsentor liegt der „Hubertusfelsen“ mit einem kleinen Plateau, das die jüngste der drei Burgen trug. Dass diese drei fast vergessenen Burgställe heute wieder viel besucht werden, ist dem Burgenkundler Helmut Rischert zu verdanken, der die Burgen auf dem Gebiet der Gemeinde Kinding erforscht und seine Ergebnisse in dem Heft „Der Burgenwanderweg um Kinding“ in anschaulicher Form veröffentlicht hat. Besitzer der drei Burgen waren die Herren von Emmendorf, ein Ministerialengeschlecht mit drei Linien, das 1119 erstmals erwähnt ist und verschiedene Ämter wie das eines Bischöflichen Kämmerers, Vogts oder Pflegers innehatte. Schon 1506 war ihr Geschlecht erloschen. Außer den drei Burgställen erinnert an sie auch die Kirche St. Nikolaus in Unteremmendorf mit ihrem hohen, weil zweigeschossigen Langhaus. Diese Bauweise weist auf einen Herrschaftssitz hin. Sie ist in der Oberpfalz häufiger anzutreffen, für die Altmühlgegend aber hier in Unteremmendorf einmalig. Das 2 m hohe, für den Besucher nicht zugängliche Obergeschoß diente früher als Getreidespeicher, später zur Lagerung von Hopfen. Das Innere des einst romanischen, im 12. Jahrhundert entstandenen Gotteshauses zieren gute spätgotische Figuren: Den Hochaltar St. Nikolaus (um 1460), flankiert vom hl. Sebastian und einem Bischof, den rechten Seitenaltar die Apostel Thomas, Andreas und Petrus, den linken eine Madonna (alle um 1500) sowie die hl. Katharina und Barbara (1600), Das Sakramentshaus stammt aus der Renaissance. Ausgangspunkt unserer Wanderung ist die Wehrkirchhof in Kinding, eine charakteristische Wehranlage der bäuerlichen Bevölkerung im Gegensatz zu den Burgen des Adels. Besonders wehrhaft wirkt der innere Kirchhof mit seinen drei hohen Türmen.
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