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Eine Wanderung durch die westlichen Ausläufer
Wissenswertes zum Weg Wie ein mächtiger Pfeiler markiert der Spielberg die Nordwestecke des Hahnenkamms. Und wie die nach ihm benannte Burg schon von weitem den Blick auf sich zieht, gewährt sie umgekehrt auch einen umfassenden Ausblick auf ihr Vorland, hatte damit im Mittelalter eine ideale strategische Lage und war ein hervorragender Standort zur Kontrolle des zu ihren Füßen vorbeiziehenden Verkehrs auf der Straße von Ulm und Nördlingen durch das Ries nach Nürnberg. Im 12. und in der 1. Hälfte des 13. Jahrhunderts gehörte sie den Herren von Spielberg, dann den Grafen von Truhendingen, seit 1363 den Grafen von Oettingen. Nach einer der Teilungen in verschiedene Linien blieb die Burg bis zum Ende des Alten Reiches bei der katholischen Linie Oettingen-Spielberg. 1806 kam sie zu Bayern, wurde 1827 sie vom Fürsten Carl Philipp Wrede für seine Tochter Amalie, Fürstin zu Oettingen-Spielberg „zurückersteigert“. Noch heute ist der Besucher beeindruckt vom Oval der mächtigen Burg. Ihre 5 Meter hohe Ringmauer umschließt den Hof mit Wirtschaftgebäuden, einem mächtigen Wohnbau und der zweigeschossigen, mit guten Werken des Barock und Rokoko ausgestatteten Schlosskapelle. Heute ist die Burg Wohn-, Arbeits- und Ausstellungsstätte des 1919 in Wemding geborenen Bildhauers Ernst Steinacker. 1983 übernahm er die heruntergekommene Anlage vom Fürsten Albrecht von Oettingen-Spielberg, renovierte sie, ging mit Kreativität und Phantasie daran, dem Inneren ein neues Gesicht zu geben und machte daraus eine Stätte der Kunst und Kultur. Steinackers Werke stehen an zahlreichen Orten im Ries und in Franken, aber auch weit darüber hinaus. Seine ganz besondere Vorliebe gilt der Hl. Walburga, von der er zahlreiche Skulpturen schuf. Einen Eindruck von seinem hohen künstlerischen Schaffen gewinnt der Besucher an Ort und Stelle auf der „Figurenwiese“ vor der Burg, im Innenhof und vor allem in der Schlossgalerie. Gerne öffnet der Künstler auch sein Atelier und sucht das Gespräch mit dem Besucher. Nur vier Kilometer östlich liegt der „Gelbe Berg“, der zweite, nach drei Seiten steil abfallender, 630 m hohe Eckpfeiler des Hahnenkamms, ein unbewaldeter Höhenrücken mit zwei Plateaus, der unter den Historikern und Archäologen als eines der geheimnisumwittertsten Geländedenkmäler Bayerns gilt. Nachweisbar seit der Jungsteinzeit wurde die „Gelbe Bürg“, so ein anderer Name, von Menschen regelmäßig aufgesucht oder auf Dauer bewohnt. Sowohl sein unteres als auch oberes Plateau waren an den Hangkanten von Mauern aus aufeinander geschichteten Steinen, Erdwerk und Holzpfählen umgeben, die wahrscheinlich von den Alemannen im 4./5. Jahrhundert nach Christus errichtet wurden. Zu mehr oder weniger flachen Wällen verstürzt, sind sie an einigen Stellen noch erkennbar. Empfehlenswert ist der Rundgang am Rand des oberen Plateaus auch deshalb, weil sich hier an Tagen mit klarer Luft ein einmaliger Rundblick bietet. Vom Hesselberg im Westen schweift der Blick über den Altmühlsee und die Wiesen des flachen Altmühlgrunds im Norden zum Hügelland im Osten und hinüber zum Rand der Fränkischen Alb mit der Wülzburg oberhalb der Stadt Weißenburg. Die roten Dächer von mehr als vierzig Orten leuchten aus dem Grün der Wälder und Wiesen und vermitteln das unvergleichliche Bild einer liebenswerten, typisch fränkischen Landschaft.
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