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Wanderweg im Anlautertal: Von Titting zur Ruine Bechtal
Burgruine Bechthal Wissenswertes zum Weg „Der Waschbrunnen bei der Erzwäsche ohnweit Titting kommt an mehreren Stellen oft in Strömen hervor, führt Eisensand und Bohnerzkugeln, zuweilen auch Thierknochen mit sich, und übrigens ein helles reines gesundes Wasser, welches hier zum Erzwaschen gebraucht wird.“ So beschreibt Joseph Plank 1823 die ehemalige Erzwäsche bei Titting. Bis 1862 wurden hier die auf den Höhen zu beiden Seiten des Anlautertals gewonnenen, mit Lehm und Erde vermischten Eisenerze gereinigt, ehe sie zur Verhüttung zum Hochofen in Obereichstätt gebracht wurden. Auch an anderen Stellen auf der Jurahochfläche, so etwa bei Hirnstetten, Pollenfeld, Wachenzell, und Raitenbuch, baute man in „Erzgruben“ Eisenerz ab oder sammelte es in Form bohnenförmiger Erzklumpen („Bohnerze“) auf den Feldern. Heute erinnern nur noch die ergiebigen Quellen, die an der einstigen Erzwäsche entspringen, an dieses Zeugnis früher Industrie. Der Lauf der 25 km langen Anlauter ist noch weitgehend unberührt; lebhaft mäandriert sie durch das Tal, vorbei an den aufgelassenen Mühlen, die sie einst antrieb. Ausgedehnte Trockenrasenhänge mit einer seltenen und vielfältigen Flora bedecken vor allem beim malerisch über dem Tal gelegenen Dorf Bechthal die Hänge. Dessen Anziehungspunkt ist im Sommer der 1,3 Hektar große Bechthaler Weiher, ein beliebter Badesee, der bei der Flurbereinigung angelegt und 1976 geflutet wurde. Über ihm thront auf einem schmalen, steil abfallenden Bergsporn die gleichnamige Burgruine. Fast 30 Meter ragt ihr Bergfried in den Himmel. Ihm gegenüber erheben sich die Mauern eines hohen, ursprünglich wohl dreigeschossigen Gebäudes. Auch Reste der Ummauerung und drei Abschnittsgräben sind noch erkennbar und zeugen von der einstigen Wehrhaftigkeit der Anlage. Erste Besitzer der Burg waren die 1163 erstmals erwähnten Pechthaler, Ministerialen der Eichstätter Bischöfe. Schon im 14. Jahrhundert waren sie Herren eines kleinen selbständigen Herrschaftsgebietes, das die umliegenden Dörfer umfasste, aber auch in weiteren Orten Streubesitz hatte. Ab dem Ende des 15. Jahrhunderts wechselte die Burg mehrmals die Besitzer, bis sie 1554 bzw.1557 zum Fürstbistum Eichstätt kam und vom Pflegamt Titting/Raitenbuch verwaltet wurde. Ob sie durch Krieg zerstört wurde oder verfiel, weil sie nicht mehr genutzt wurde, ist nicht geklärt. Sehenswert ist auch die Filialkirche St Margareta in Bechthal aus dem 12. Jahrhundert. Ende des 17. Jahrhunderts wurde sie umgebaut und barock ausgestattet. Ihre hervorragenden Kunstwerke sind eine Sakramentsnische von 1525 und eine spätgotische sitzende Madonna auf dem rechten Seitenaltar. Den krönenden Abschluss der Wanderung bildet der kurze Aufstieg entlang der gusseisernen Kreuzwegstationen (1885) auf den Tittinger Kreuzberg. Hier bietet sich eine prächtige Aussicht auf den Markt, vor allem auch auf das stattliche Schloss, einst Sitz des Pflegamtes der Fürstbischöfe, ab 1707 deren Brauerei, die 1855 in Besitz der Familie Gutmann überging. Das Langhaus der Pfarrkirche St, Michael wurde 1950/51 neu erbaut. Sie birgt mehrere spätgotische Kleinodien, darunter die Figuren der Hl. Stephanus und Johannes des Täufers, eine ausdrucksvolle Madonna (um 1510) und, als Antependium des Hochaltars, ein Relief der Beweinung Christi (um 1490). Die Martinskirche in der Martinsgasse geht auf das 12. Jahrhundert zurück. Ihren neugotischen Hochaltar schmücken hervorragende spätgotische Figuren. Aus der Zeit des Barock stammen die eindrucksvollen Kreuzwegstationen.
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