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Wanderung im ehemaligen Oberen Hochstift Eichstätt
Wissenswertes zum Weg In energisch bewegter Haltung steht Gabriel von Eyb, Arbergs berühmtester, 1455 geborener Sohn, als bronzene Brunnenfigur vor dem Rathaus seines Geburtsortes, gleichsam eine optische Zusammenfassung seiner bewegten Regierungszeit als Eichstätter Fürstbischof von 1496 bis1535. Durch seine Studien in Erfurt, Ingolstadt und Pavia hoch gebildet. Er sammelte einen kleinen Kreis von Humanisten um sich. Sogar Kaiser Maximilian I. holte sich wiederholt bei ihm Rat. In der hereinbrechenden Reformation war er ein energischer Verteidiger der katholischen Lehre. Er setzte die rege Bautätigkeit seines Vorgängers Wilhelm von Reichenau (1464-96) fort und konnte durch Gebietserwerbungen auch das Territorium des Hochstift weiter abrunden. 1995 hat ihm die Marktgemeinde mit dieser Bronzestatue ein adäquates Denkmal gesetzt. Arberg ist schon 1229 urkundlich erwähnt. Bereits um 1300 wurde es erstmals befestigt, und seit dem 14. Jahrhundert ist es Sitz eines eichstättischen Pflegamtes. Auf dem Hintergrund des im benachbarten Fürstentum Ansbach vollzogenen Konfessionswechsels wurde es ab dem 16. Jahrhundert zu einem wichtigen „Stützpunkt“ im Oberen Hochstift. Von der ehemaligen Ortsbefestigung sind nur noch geringe Reste erhalten, darunter der ursprünglich 1531 errichtete, 1735 von Gabriel de Gabrieli umgebaute Torturm, das Wahrzeichen des Marktes. Die Pfarrkirche St. Blasius geht in ihrer heutigen Form auf einen Neubau des Graubündener Hofbaumeisters Johann Baptist Camesino in den Jahren 1709/10 zurück. 1936/37 wurden ein neuer Chor und ein Querhaus angefügt. Zusammen mit den mächtigen, im Kern 1481 errichteten und im späten 17. Jahrhundert umgebauten ehemaligen Pfarrhaus und einem noch erhaltenen Turm der Wehmauer bildet die Kirche ein das Ortsbild Arbergs prägendes Ensemble. Wohl älter als Arberg ist Großlellenfeld. Schon Bischof Gundekar II. (1057-1075) weihte hier eine Kirche. Heute überragt die 1446-1500 neu erbaute mächtige spätgotische Pfarrkirche der Heiligen Jungfrau Maria das Dorf und unterstreicht durch ihre Ausmaße ihre Bedeutung als einstige, seit dem Mittelalter bezeugte Wallfahrtskirche. Der Befestigungsring um die Kirche aus dem 13./14. Jahrhundert ist noch geschlossen erhalten und verstärkt den monumentalen Eindruck des Gotteshauses. Bis auf den Turmhelm, der 1610 durch die jetzige Kuppelhaube ersetzt wurde, blieb die spätgotische Anlage bis heute unverändert. Die Altaraufbauten sind neugotisch (1881/82), aber zum Teil mit alten Figuren ausgestattet: Der Hochaltar trägt eine Marienfigur von 1460/70, der linke Seitenaltar eine Pieta, eine Kreuzigungsgruppe und vier Flügelreliefs mit Darstellungen des Leidens Christi (um 1500). Auch das Glasgemälde der Kreuzigung im Chor und das Sakramentshäuschen sind spätgotisch. Bemerkenswert ist auch die barocke Kanzel, die um 1734 wohl nach einem Entwurf Matthias Seybold für das Kloster Rebdorf gefertigt und 1806 von Großlellenfeld gekauft wurde. Unser Wanderweg führt durch das idyllische Dorf Goldbühl, ein mittelalterliches Rodungdorf. Unmittelbar südlich davon verlief später die Hochgerichtsgrenze zwischen dem Hochstift Eichstätt und Brandenburg - Ansbach. Während der Hinweg nach Großlellenfeld zunächst durch schönen Mischwald verläuft, bietet sich von der Hochfläche ein weiter Blick vor allem nach Westen zum Hesselberg. Auf dem Rückweg öffnet er sich nach Süden zum Nordrand der Fränkischen Alb und auf die Gegend um Gunzenhausen mit zahlreichen fränkischen Dörfer.
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