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Eine Limeswanderung von Kipfenberg nach Pfahldorf
"Teufelsmauer" wird Weltkulturerbe

Ausgangspunkt Kipfenberg, Parkplatz
Försterstraße/Frankenring
Weg: Länge 10 km- Nach
einem ersten Aufstieg (etwa 100 Höhenmeter) nur geringe
Höhenunterschiede. Gutes Schuhwerk erforderlich.
Einkehrmöglichkeiten in
Pfahldorf, Böhming und Kipfenberg.
Römermuseum („Infopoint Limes“)auf der Burg Kipfenberg:
Geöffnet bis 31.10. täglich 10 - 16 Uhr, im Winter nur
Sa. und So. Erwachsene 3,00 €, Kinder 1,50, Familien
7,00. Zu Fuß dorthin auf dem „Limesweg“, mit dem Auto
auf der (engen) Burgstraße oder über Gelbelsee (ca. 5
km). |
Weg:
Vom P auf der Försterstraße ortsauswärts, nach der
Brücke links in die Straße Sonnleiten und mit der
Markierung „Limesweg“ (Symbol Wachturm) in den Wald auf
den Pfahlbuck mit Wachturm und Palisade. Ab hier auf
einem Pfad auf und neben dem Limeswall immer geradeaus.
Erst kurz nach einer Lichtung biegt der Weg links vom
Limes ab. Am Waldende neben der Straße oder auf
sichtbaren Feldwegen bis Pfahldorf An der Kirche links
in die Alte Hauptstraße und von ihr links in den
Böhminger Weg. Auf ihm ohne Markierung etwa 1 km bis zum
Wald, dort auf dem geschotterten Weg 400 m rechts weiter
bis zu einer weiteren Rechtskurve .In dieser
geradeaus(!) auf einen Grasweg. Im Wald etwa 700 m
geradeaus bis zu einer großen Lichtung. Hier links am
Waldrand und am Waldrand etwa100 m bis zur Markierung
[2] (= Schmetterlingsweg). Mit dieser links(!) in
Richtung Böhming, bald abwärts ins Tal und zurück nach
Kipfenberg.
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Wissenswertes zum Weg
„Teufelsmauer“ nannten unsere Vorfahren
den Steinwall, der sich auf der Jurahochfläche schnurgerade durch
Wälder und über Felder zieht. Unheimliche Sagen rankten sich darum,
denn woher diese verfallene Mauer kam, welchem Zweck sie diente, wer
sie erbaut hatte, konnte man sich früher nicht erklären. Und so
konnte sie nur ein Werk des Teufels sein. Erst durch umfangreiche
Forschungen im 19. und 20. Jahrhundert erkannte man ihre wirkliche
Bedeutung, und 2005 wurde der 550 Kilometer lange ehemalige
Grenzwall des Römerreiches, der „Obergermanisch-Rätische Limes“ gar
zum Weltkulturerbe erklärt.
Der rätische Teil dieser römischen
Grenzanlage war 167 km lang. Er begann bei Lorch östlich von
Stuttgart, zog sich in östliche Richtung über die Schwäbische Alb
und am nördlichen Rand des Rieses vorbei zur Fränkischen Alb und
über diese bis Hienheim bei Weltenburg an der Donau. Ursprünglich
handelte es sich dabei nur um einen Grenzweg, der ab 80 nach
Christus erbaut wurde, sich in einer Schneise durch die dichten
Wälder zog und von hölzernen Wachtürmen aus kontrolliert wurde. Um
120 wurde dieser Weg durch eine durchgehende Palisade aus
Holzpfählen gesichert. Die alte Bezeichnung „Pfahl“ für den Limes,
„Pfahlhecke“ für die Hecke auf dem Limeswall, der
Ortsname„Pfahldorf“, Flurnamen wie „Pfahlheg“ und die Familiennamen
„Pfaller“ und „Pfahler“ erinnern noch heute an diese Bauphase. Ab
150 wurden die Holz- durch etwa 800 Steintürme ersetzt, ab etwa 200
schließlich die Palisade von einer 3 Meter hohen Mauer abgelöst,
welche die etwa 10 Meter hohen Türme miteinander verband.
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Rekonstruierte Palisade |

Pfahldorf |

Limeswall |

Rekonstruierter Holzwachturm |

Limes-Gedenkstein in Kipfenberg |
Wer von
Kipfenberg entlang des Limes nach Pfahldorf wandert, gewinnt
einen anschaulichen Eindruck vom Limes und seinen Bauphasen.
So ist auf dem „Pfahlbuck“ rechts des Weges deutlich ein
parallel zum Limeswall verlaufender Graben auszumachen, der
in den Fels gehauen wurde, um dem Palisadenzaun Halt zu
geben. Ein Stück der Palisade und ein Holzturm wurden
rekonstruiert. Auf seinem größten Teil verläuft dann der Weg
neben bzw. auf dem teils verwachsenen, teils sehr gut
sichtbaren Limeswall immer geradeaus durch den Wald, und
kurz nach einer Unterstandshütte erkennt man den Schutthügel
eines einstigen Wachturms. Auf diesen Türmen bewachten
abwechselnd 2-3 Soldaten den Limes, die in Kastellen im
Hinterland wohnten - auf diesem Limesabschnitt im nahen
Kastell Böhming. Sie verständigten sich von Turm zu Turm
durch Rauchzeichen, Licht- oder akustische Signale. Trotz
seiner Wehrhaftigkeit war aber der Limes eine durchlässige
Grenze, an der germanische oder römische Händler mit ihren
Waren passieren konnten, was einen regen Warenaustausch
ermöglichte.
233 begann, bedingt durch wiederholte alemannische
Überfälle, aber auch innere Machtkämpfe im römischen Reich,
der Niedergang des Limes. Römische Kastelle und Siedlungen
wurden geplündert, verwüstet und schließlich nach und nach
aufgegeben, und die Römer zogen sich hinter die Donau
zurück. Mancherorts diente iahrhundertelang der Limes oft
als „Steinbruch“, in dem man sich kostenlos bedienen konnte. |
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Unsere Limeswanderung sollte unbedingt durch
einen Besuch des hervorragenden Römer- und Germanenmuseums
auf der Burg Kipfenberg ergänzt werden. Es informiert - auch
mit Hilfe moderner Medien - sehr anschaulich und kurzweilig
über den Limes, die Kastelle und das Leben der römischen
Soldaten. |

Rekonstruierte Wachstube im Römermuseum |
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