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Klösterliches Erbe perfektioniert
Wissenswertes
Wie so oft war es auch in Abenberg der Initiative geschichtsbewusster Menschen zu danken, dass eine große Ortstradition wieder ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt wurde. Als 1972 der Heimatverein zur 900-Jahrfeier der Stadt eine Ausstellung „Spitzenklöppeln in Abenberg“ organisierte, war dies die Initialzündung dafür, dass 9 Jahre später in zwei bescheidenen Räumen des Rathauses ein Klöppelmuseum - das erste seiner Art in Deutschland – eröffnet werden konnte. Weit über 100 „Klöppelidealisten“ sammelten dafür jahrelang Stück für Stück aus der langen Abenberger Klöppeltradition. Schenkungen und Leihgaben kamen hinzu, und so entstand eine hervorragende Sammlung von Exponaten. Seit 2001 können sie in der restaurierten historischen Scheune der Burg Abenberg auch angemessen präsentiert werden. Die Anfänge des Klöppelns in Abenberg weisen ins Kloster Marienburg, wo von den Augustinerinnen schon im 17. Jahrhundert „den weiblichen Personen von Abenberg“ das Klöppeln gelehrt wurde. Bald besserte man in fast jedem Haus den kargen Ertrag der Landwirtschaft auf den Sandböden rund um die Stadt durch den Erlös aus Klöppelarbeiten auf.
Ab etwa 1820 wurden die bis dahin gefertigten Leinenspitzen mehr und mehr abgelöst durch Arbeiten aus Gold- und Silberfäden aus den Leonischen Fabriken der benachbarten Städte. Rasch entwickelte sich Abenberg zum die Mitte des 19. Jahrhunderts zum europäischen Metallspitzenzentrum. Bis zu 700 Männer und Frauen übten damals das Kunsthandwerk des Klöppelns aus. Die mühsam in Heimarbeit hergestellten und auch von Kindern geklöppelten Erzeugnisse gingen in alle Welt. Verwendet wurden sie z. B. für Trachtenkleidung und -zubehör, Theaterkostüme, kirchliche Kleidung, Paramente, jüdische Kultgegenstände und besonders auch für prunkvolle Gewänder an Königs- und Fürstenhöfen. Im Klöppelmuseum werden Beispiele dieser Erzeugnisse umfassend und ausdrucksstark präsentiert: Borten, Deckchen, Täschchen, Altartücher, Chorröcke, Fatschenkindl und Seelentröster, Kleider, Fächer und Schirme aus Abenberger Spitzen. Ein erhaltenes Musterbuch zeigt die Vielfalt des Metallspitzenklöppelns besonders eindrucksvoll. Herausgehobene Beachtung findet im Museum aber auch der arbeitende Mensch: Eine im Original erhaltene Klöppelstube vermittelt - zusammen mit einem Hörbild, Originalfotos und dem Videofilm „Klöpplerinnen erinnern sich“ - einen anschaulichen Einblick in die Arbeitsabläufe beim Klöppeln und die sozialen Bedingungen in den Klöpplerfamilien. Heute trägt vor allem die Abenberger Klöppelschule wesentlich dazu bei, die überkommene Klöppeltradition zu erhalten und auf ein hohes, zeitgemäßes Niveau zu bringen. Ihre Kurse decken das gesamte Spektrum abendländischer Klöppeltechniken ab. Unter fachlicher Anleitung können hier Interessierte jeden Alters das Leinen- und Metallspitzenklöppeln in allen Schwierigkeitsgraden erlernen. Die mauerbewehrte Burg mit dem hohen Aussichtturm „Luginsland“ beherbergt mit der Ausstellung „Eine Zeitreise durch Franken“ noch ein zweites außergewöhnliches Museum mit beeindruckenden Kulissen, Inszenierungen und Lichteffekten. Sehr lohnend ist ein Stadtrundgang zu den sehenswerten Bauten: den beiden Stadttoren, dem Rathaus, zur Pfarrkirche St. Jakobus, vielen Fachwerkhäusern und vor allem auch hinüber zum Kloster Marienburg mit der Stillakirche. Der informative kostenlose Prospekt „Historischer Rundgang durch Abenberg“ liegt im Klöppelmuseum auf.
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