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Der Marienaltar in Buchschwabach
Wissenswertes zum Weg
Mit „Puchsuapah“, was so viel bedeutet wie „Schwaben-Bach, an dem Buchen stehen“, wird in einer Beschreibung der Klostermark St. Emmeram in Regensburg aus dem 9. Jahrhundert ein Ort an deren Nordgrenze bezeichnet. Mit hoher Wahrscheinlichkeit ist damit der Platz gemeint ist, an dem heute das Dorf Buchschwabach liegt, hervorgegangen wohl aus einer schwäbisch-alemannischen Kleinsiedlung und als Ort erst 1396 urkundlich erwähnt. Heute ist Buchschwabach ein Ortsteil von Roßtal, 4 km südlich des Marktes im Tal der Schwallbach gelegen. Zahlreiche alte, zum Teil stattliche Fachwerkhäuser geben dem kleinen Dorf sein typisch fränkisches Gesicht. Beherrschend aber ist die evangelische Kirche St. Maria Magdalena. Die Kirchhofmauer, teilweise mit Quadersteinen aus dem Mittelalter, weist sie auf den ersten Blick als ehemalige Wehrkirche aus, die der Bevölkerung in Kriegszeiten Schutz bot. Das war auch bitter nötig, denn 1449/50 geriet der Ort in die Auseinandersetzung zwischen dem Ansbacher Markgrafen Albrecht Achilles und der Reichstadt Nürnberg, der ein Teil der Buchschwabacher Bauern zinspflichtig war. Doch die Wehranlage der Kirche bot den sich verteidigenden Bauern keinen ausreichenden Schutz. Sie wurde von den markgräflichen Truppen erstürmt und in Schutt und Asche gelegt. Aber bald baute man sie wieder auf. Auf die Reste des Chorturmes aus dem frühen 14. Jahrhundert wurde ein neues gotisches Obergeschoss aufgesetzt. 1882/83 wurde das Langhaus abgerissen und vergrößert neu aufgebaut. Die wertvollen Altäre wurden entfernt, zum Glück aber einigermaßen gut verwahrt und nach einer Renovierung 1911–14 wieder aufgestellt. Sie sind es, die heute den Besuch der Kirche so lohnend machen.
I hr wertvollstes Stück ist der Marienaltar, ein spätgotischer Flügelaltar. Die Marienstatue im Schrein ordnen die Kunsthistoriker dem „Meister des Martha-Altars“ in St. Lorenz in Nürnberg zu, während die vier Gemälde auf den beiden Flügeln 1509 Hans von Heidelberg schuf, der dem Umkreis von Dürer zuzuordnen ist. Sie zeigen die Verkündigung, Heimsuchung, Geburt und die Könige an der Krippe, auf der Rückseite die hl. Katharina und Barbara. Vom ehemaligen Hauptaltar sind nur die erlesene Figur der Kirchenpatronin (1500/1510) und zwei Gemälde eines Flügels erhalten: Magdalena, die die Füße Jesu salbt und Magdalena als Büßerin. Als Hauptaltar dient heute ein spätgotischer Schreinaltar Nürnberger Herkunft (1500/1510. Der Gekreuzigte in der Mitte ist flankiert von Maria und Johannes; die beiden Flügelgemälde zeigen die hl. Diakone Stephanus und Laurentius. Ausgangpunkt unserer gerade auch im Winter landschaftlich reizvollen Wanderung ins Tal der Schwallbach ist Roßtal mit der evangelischen Pfarrkirche St. Laurentius. Deren frühmittelalterliche Krypta ist eines der ältesten Bauwerke in Franken. Heuer hat der Markt sein 1050. Jubiläum gefeiert. Entstanden ist in der Vorbereitung darauf ein sehr interessanter archäologischer Rundweg um die ehemalige Burg (heute Bereich der Kirche und Oberer Markt), der auf dem Marktplatz unterhalb der Kirche beginnt.
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