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Auf Pfaden der Ordensritter
Wissenswertes zum Weg
Das prachtvolle vierflügelige Barockschloss in Ellingen weist unmissverständlich darauf hin, dass hier einst ein bedeutender Landesherr regierte. Selbstbewusst ist der gewaltige Hauptflügel nach Süden gerichtet, gegen die protestantischen Nachbarn - die Freie Reichsstadt Weißenburg und die Wülzburg der Markgrafen von Ansbach. Skulpturen von Kriegsgöttern und Cäsaren, Türken in Ketten, Kanonen, Hieb- und Stichwaffen und Fahnen den Fassaden und auf dem Dach bilden den „Zierrat“, der das absolutistische Selbstverständnis und den weltlichen Machtanspruch des einstigen Schlossherren zum Ausdruck bringen soll, des Landkomturs der Ballei Franken des Deutschen Ordens. Dieses Territorium entwickelte sich aus kleinen Anfängen. 1216 übertrug König Friedrich II. dem Deutschen Orden das um 1180 gegründete Spital in Ellingen. Nach und nach kaufte dieser den restlichen Ort und alle darauf noch bestehenden Rechte, und im 14. Jahrhundert wurde er Sitz des Landkomturs der Ballei (des Verwaltungsbezirks) Franken. Die Reformation und mit ihr die Bauernkriege, der Religionswechsel umliegender Territorien und, damit verbunden, ein erheblicher Rechtsverlust in vielen Kirchen und besonders auch der Verlust Ostpreußens führten dazu, dass die Finanzkraft des Ordens stark abnahm. Bauerkriege, Ritteraufstände und Verwüstungen im zweiten Markgrafenkrieg 1552/53, in dem auch das Schloss niedergebrannt wurde, taten ein Übriges.
Nach den Zerstörungen des 30-jährigen
Krieges baute der Orden die verwüsteten Gebiete systematisch wieder
auf. Die finanzielle Grundlage dafür schufen - paradoxerweise -
Einnahmen aus Kriegswirren. Getreideverkäufe in den Kriegen Ludwigs
XIV. und „Lieferungen“ von Soldaten im Spanischen Erbfolgekrieg an
mehrere Kriegsparteien brachten einen kometenhaften Anstieg der
Finanzkraft des Ordens.
Im Westflügel des Schlosses wurde das „Kulturzentrum Ostpreußen“ mit Archiv, Bibliothek und Ausstellungsräumen eingerichtet. Zahlreiche Exponate wie Naturbernstein, Schmuck und Gebrauchsgegenstände aus Bernstein, historische Jagdwaffen, Gemälde, Grafiken und Plastiken bedeutender Künstler sowie ein original ausgestattetes Königsberger Bürgerzimmer vermitteln hier anschaulich Kenntnisse zur Landeskunde und Kulturgeschichte Ostpreußens. - Der Schlossrundgang führt über das Treppenhaus in den Festsaal, die Intarsienkabinette, die fürstlichen Räume mit Seiden- und Papiertapeten des frühen 19. Jahrhunderts und in die Schlosskirche und informiert in einem kleinen Deutschordensmuseum auch über den Orden |