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Im Schuttertal: Auch
im Winter haben die Glessbrunnen eine Wassertemperatur Wissenswertes zum Weg Vor langer Zeit besuchte ein Bauer aus Wolkertshofen im nahen Egweil eine Hochzeit. Den Rückweg zu nächtlicher Stunde wählte er durch das Schuttermoos zwischen den beiden Orten. Er verirrte sich und geriet in einen der tiefen „Gleßbrunnen“, wo er elend ertrank. Alles Suchen war erfolglos; das Wasser gab den Leichnam nicht mehr heraus. Wenn aber Pest, Krieg oder Hungersnot dem Lande droht, steigt der Tote bis zur Brust im Brunnen auf und ruft dreimal in Richtung Egweil, Nassenfels und Wolkershofen: „Leut bet´s“. Dann geht er wieder unter. - So erzählt es eine alte Sage. Die geheimnisvollen Quellweiher der scheinbar unergründlichen Glessbrunnen regten die Phantasie unserer Vorfahren mächtig an. Sie hatten etwas Bedrohliches an sich und man glaubte, dass die Irrlichter der Moosweibchen den Wanderer magisch zu den Tümpeln lenken und ihn so ins Verderben führen würden. Deshalb galt es selbst für Ortskundige als Wagnis, in ihrer Nähe das Moos zu durchqueren. Aber vielleicht läuft manchem, der an einem trüben Tag am Rand dieser dunklen Trichter steht, auch heute noch ein kalter Schauder über den Rücken und er versteht die Angst unserer Vorfahren. Freilich sind diese Quellen inzwischen längst erforscht, und sie erweisen sich angesichts des hohen Wasserbedarfs und der zunehmenden Belastung des Trinkwassers durch Schadstoffe als Segen, handelt es sich doch um die stärksten und saubersten Karstquellen im Eichstätter Gebiet. In diesen fünf miteinander verbundenen Quelltöpfen mit 10 bis 15 Metern Durchmesser und einer Tiefe von 5 bis 9 Metern strömen normalerweise ca. 700 Liter Wasser in der Sekunde durch natürlichen Druck aus so großer Tiefe empor, dass die Temperatur im Sommer und Winter konstant 10° beträgt. In einem Bach fließt es der Schutter zu. Gespeist werden die Glessbrunnen aus dem riesigen unterirdischen Karstwasserkörper des südlichen Frankenjura. Über einer undurchlässigen Tonschicht hat sich hier Jahrtausende altes, durch Karstspalten in die Tiefe versickertes Regenwasser aufgestaut. Da es auch von oben mit wasserundurchlässigem Ton überdeckt ist, steht es unter hohem artesischem Druck, dringt durch senkrechte Klüfte nach oben, durchstößt die Deckschichten und bildet die eindrucksvollen Quelltrichter. Da es Wasser von bester Qualität ist, erwarb die Stadt Ingolstadt die Glessbrunnen 1964 als Trinkwasserreserve. Die Schutter, durch deren weite Niederung unsere Wanderung führt, war früher von großer wirtschaftlicher Bedeutung. Die Wasserräder von 22 Mühlen trieb sie auf ihrem nur 28 km langen Lauf. Leider hat man mehrmals, vor allem 1926, in ihren natürlichen Lauf eingegriffen, sie begradigt und ein ausgedehntes Netz von Entwässerungsgräben gebaut, Moore trocken gelegt, Uferbepflanzungen gerodet und damit vielen Pflanzen und Tieren ihren Lebensraum genommen. Nassenfels, abgesehen von Ingolstadt der größte Ort an der Schutter, hat seinen Namen vom Fluss: „Vicus Scuttarensis“ nannten die Römer diesen ihren zivilen Verwaltungssitz und wichtigen Handelsplatz. Im Mittelalter wurde hier auf einem Korallen- und Schwammriff, das die Kies- und Moorablagerungen des Tales durchragt und aus dessen senkrechten Spalten ebenfalls Quellen entspringen, die mächtige Burg errichtet. Besonders sehenswert ist die von Gabrieli erbaute Pfarrkirche St. Nikolaus
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