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Zu den "Pappenheimer Grafendörfern"
nach genauen Plänen errichtet, wie das Luftbild von Göhren beweist.
Wissenswertes zum Weg
„Grafendörfer“ heißen die vier Orte auf der Albhochfläche nördlich von Pappenheim: Geislohe, Göhren, Neudorf und Osterdorf. Benannt sind sie nach ihren Gründern, den Marschällen und späteren Grafen von Pappenheim. Ab 1250 begannen diese, hier, in einem bis dahin nur wenig genutzten Waldgebiet, ein umfangreiches Kolonisationswerk: Die großflächige Rodung des Waldes und planmäßige Gründung von Dörfern nach einem einheitlichen Grundschema. Verantwortlich war jeweils ein „Reutmeister“ (Rodungmeister). Er legte je nach Bodenbeschaffenheit und geographischer Situation die Gemarkungsgrenze fest und bestimmte danach die Zahl der „Lehen“, der Bauernhöfe des künftigen Dorfes, das etwa in der Mitte der gerodeten Flur liegen sollte. Grundlage für die Errichtung der Höfe, die auf beiden Seiten eines breiten Dorfangers erbaut wurden, war ein einheitlicher, für jeden „Lehner“ verbindlicher Hofplan. Danach war das Wohnstallhaus mit der Giebelseite zum Anger gerichtet, die Scheune stand zurückgesetzt quer zum Wohnhaus, und diesem gegenüber lagen die Holzlege und das „Korb“ genannte Austräglerhaus. Hinter den Hofgebäuden war ein Garten für Obst, Gemüse und Flachs. In dessen hinterstem Winkel, wegen der Feuergefahr am weitesten vom Hof entfernt, errichtete man das Flachsbrechhaus. Herzstück des Dorfes war der Anger mit den Gemeinschaftsanlagen: dem Hirtenhaus, der „Hüll“, in der das Regenwasser als Trinkwasser für das Vieh gesammelt wurde und - in Neudorf und Osterdorf – auch der Kirche mit Friedhof und Pfarrhaus. Er war so großzügig angelegt, dass in späteren Jahrhunderten sogar noch Platz für die Gemeindeschmiede, das Schul- und Feuerwehrhaus und einen Kinderspielplatz war. Zur Versorgung der Menschen mit Trinkwasser dienten ausgemauerte Hausbrunnen, in die man das Regenwasser von den Dächern leitete. Das ganze Dorf grenzte ein Zaun, der „Etter“, zur Flur hin ab. Der damals üblichen Dreifelderwirtschaft entsprechend wurde die Ackerfläche um das Dorf in drei große Teile, die „Gewanne“, eingeteilt. Sie mussten in jährlichem Wechsel als Wintergetreide-, Sommergetreide- und Brachfeld genutzt werden. Von jedem Gewann erhielt jeder Bauer einen Ackerstreifen. Einer davon grenzte unmittelbar an seinen Garten an.
Trotz starker Veränderungen durch die Flurbereinigung und Neubaugebiete ist noch viel von dieser alten Dorf- und Flurstruktur erhalten, so etwa die Breite der Hofgrundstücke, die Giebelständigkeit der Häuser und der Dorfanger mit den Gemeinschaftseinrichtungen. Bei der Flurbereinigung bekamen die Landwirte wo möglich auch wieder ihren Ackerstreifen hinter dem Garten. In Göhren blieb auch die Hüll erhalten. Sie wurde vorbildlich neu gestaltet. Damit sind die heute sehr gepflegten und reich mit Blumen geschmückten Grafendörfer ein einzigartiges Dokumente der Siedlungsgeschichte, deren Struktur sich beim „Erwandern“ wohl besonders gut erschließt. Auch der landschaftliche Reiz der Hochfläche mit dem weiten Rundblick bis hinüber zur 630 m hoch gelegenen Wülzburg lohnt die Mühe dieses Rundwegs.
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