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Der Karner in Greding
Auf besinnlichen und kunsthistorischen Wegen in und
um Greding

Informationen
Lage: Greding liegt an der
A9. Parken am Hallenbad.
Einkehrmöglichkeiten in
Greding und ggf. Herrnsberg
Öffnungszeiten: Der Karner
im Untergeschoss der Michaelskapelle und die
Martinskirche sind tagsüber geöffnet.
Stadtrundgang:
Im Kultur- und Verkehrsamt, Marktplatz 11, ist kostenlos
ein sehr guter Prospekt mit einem Stadtrundgang und
kurzen Informationen über die Sehenswürdigkeiten der
Stadt erhältlich. Er ist auch Teil der
Informationsmaterialen, die gegen den Betrag von 50 Ct.
dem Automaten neben dem Eingang entnommen werden können |
Wegbeschreibung:
Rundwanderung über Herrnsberg:
An der Infotafel in der Kurve der Bergstraße an der
Turmseite der Martinskirche beginnt der gut markierte 11
km lange Rundwanderweg Nr. 1. Er verläuft zunächst lange
im unteren Bereich des Hanges des Schwarzachtales, führt
dann auf und über die Hochfläche nach Herrnsberg und im
Agbachtal zurück.
Auf den Kalvarienberg:
Oberhalb der Martinskirche auf der Bergstraße ca. 100 m
bergauf, dann links auf einen gepflasterten Weg und in
dessen Kurve auf einem Pfad über den Trockenrasen hinauf
zum Kreuz. Dort kann man links des Zauns der
militärischen Anlage auf dem Trockenrasen aussichtsreich
beliebig weit gehen und dann auf dem tiefer liegenden
Weg 1 (s. o.) zurückkehren.
Rundweg entlang der Stadtmauer:
Man kann die Stadt unmittelbar an der Mauer vollständig
umrunden (z. T. eigener Fußweg).
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Greding: Ein
Besuch der Stadt an der Schwarzach lohnt alle Mal.
Kunsthistorisch wegen der Martinskirche und einem der wenigen
bis heute erhaltenen Karner in der Michaelskapelle auf dem Friedhof.

Karner

Im Karner |

„Was ihr jetzt seid,
das waren wir. Was wir jetzt sind - werdet ihr“.
Im Gewölbe des Untergeschosses der Michaelskapelle
in Greding, wo die Gebeine von etwa 2500
Verstorbenen aufbewahrt werden, weist dieser Satz
unmissverständlich und „an-schau-lich“ im wahrsten
Sinn des Wortes darauf hin, dass der Tod
unausweichlich auf uns wartet. |
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Wissenswertes
Der Grund für die Einrichtung solcher
Karner oder „Beinhäuser“ war für unsere Vorfahren freilich zunächst
eine praktische Notwendigkeit: Wenn auf dem Friedhof, der ja meist
mitten im Ort um die Kirche lag und deshalb räumlich begrenzt war,
ein Grab beim Tod eines weiteren Familienangehörigen erneut belegt
werden musste, grub man die Überreste früher Verstorbener aus und
bewahrte sie an einem gemeinsamen Ort auf. So konnte man seinen
toten Angehörigen auch weiterhin nahe sein, wenn man für sie betete.
Häufig befanden sich die Karner, wie
hier in Greding, in oder bei einer Michaelskapelle. Der Erzengel
Michael ist ja der Patron der Sterbenden und der Armen Seelen. Oft
ist er mit der Seelenwaage dargestellt, mit der er die guten Taten
der Verstorbenen wiegt und abwägt. Im Offertorium der Totenliturgie
beten wir noch heute darum, dass St. Michael den Seelen der
Verstorbenen als „Signifer“, als Bannerträger, vorangeht und sie
„ins heilige Licht führt“.
Der Gredinger Karner wurde wohl im
14.oder 15. Jahrhundert in der an die Stadtmauer angebauten
Friedhofskapelle eingerichtet. Als einer der wenigen, die heute in
Bayern noch erhalten sind, wurde er unter großem finanziellem
Aufwand und nach modernsten denkmalpflegerischen Gesichtspunkten
saniert und restauriert.
Kunsthistorisch noch bedeutender als die
Michaelskirche ist die neben ihr liegende dreischiffige romanische
Martinskirche aus dem 12. Jahrhundert. Nur Teile der ursprünglich
reichen Innenbemalung aus drei verschiedenen Jahrhunderten sind
erhalten. Freigelegt wurde u. a. das Fresko des Kirchenpatrons aus
dem 15. Jahrhundert an der Nordwand: St. Martin, auf einem Schimmel
sitzend, hat mit dem Schwert seinen Mantel geteilt und reicht ihn
einem Bettler.

Aus der Erbauungszeit der Kirche stammt
die Bemalung der Hauptapsis: Christus, umgeben von den Symbolen der
4 Evangelisten, thront auf dem Regenbogen. In der Linken hält er die
Weltkugel, die Rechte hat er segnend erhoben. Die kunsthistorisch
bedeutsamsten Teile des Hochaltars entstanden schon um 1480: das
Kruzifix, die weinende Maria Magdalena zu den Füßen des Herrn und
ein Relief der Beweinung Christi in der Predella.
Geographisch und in
kultureller und künstlerischer Hinsicht nehmen die Martinskirche und
Michaelskapelle in Greding die höchste Stelle bzw. den höchsten Rang
ein. Gerade in diesen Novembertagen können sie aber auch zu einem
sinnvollen Ort der persönlichen Einkehr werden. Die Botschaft, die
sie uns zu sagen haben, erschließt sich uns vielleicht am besten bei
einem besinnlichen herbstlichen Spaziergang: einem Rundgang entlang
der fast vollständig erhaltenen mittelalterlichen Stadtmauer mit
ihren Wehr- und hoch aufragenden Tortürmen, bei einem Spaziergang
hinauf auf den aussichtsreichen Kalvarienberg oder einer
Rundwanderung am Hang des Schwarzachtales nach Herrnsberg und im
Agbachtal zurück nach Greding
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