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Immer an der Grenz' lang
Wissenswertes zum Weg
Wohl jedem, der ihn erlebte, wird der Morgen des 11. November 1989 unvergesslich bleiben, an dem er im Fernsehen die Vorgänge an der deutsch-deutschen Grenze verfolgen konnte: Tausende standen auf der Berliner Mauer und begannen sie zu demontieren, und auf beiden Seiten einer Grenze, die zuvor als ewig und unüberwindbar galt, fielen sich die Menschen vor Glück in die Arme.
Die Hohenzollern auf der einen Seite dieser Grenze waren seit 1192 Burggrafen von Nürnberg im Dienste des Kaisers. 1328 kam mit der Burg Stauf und 1372 mit Landeck, die später zusammen das Oberamt Stauf-Landeck bildeten, auch das Land um Thalmässing in ihre Hand. 1415 wurden sie Markgrafen von Ansbach. Hilpoltstein, Heideck und Allersberg auf der anderen Seite gehörten seit 1385 bzw. 1471 und 1475 zu den bayerischen Teilherzogtümern. 1505 wurden sie dem Fürstentum Pfalz-Neuburg zugeteilt. Einige Abschnitte des insgesamt 29 km langen Grenzwanderweges, von dem wir nur einen Teil begehen, verlaufen genau entlang der ehemaligen Grenze zwischen diesen beiden Herrschaftsbereichen, die lange Zeit auch Konfessionsgrenze war. Im Zug der politischen Veränderungen in der Zeit Napoleons wurde das Land auf beiden Seiten 1806 im Königreich Bayern vereinigt und die Grenze verlor allmählich an Bedeutung. Doch in den Gemeindegrenzen Thalmässings zu Hilpoltstein, Heideck und Greding spiegelt sich noch heute die damalige Gebietsaufteilung, und der jahrelangen engagierten Arbeit des Grenzsteinforschers Karl Röttel ist es zu verdanken, dass auch die steinernen Zeugen der alten Grenze nicht ganz verschwunden sind. Unsere Wanderung auf dem östlichen Abschnitt des Gesamtweges verläuft auf einer landschaftlich reizvollen Route durch abwechslungsreiches Gelände. Immer wieder bieten sich weite Fernblicke. Am Weg von Eysölden hinauf zum Eichelberg stehen uralte Eichenriesen. Tief eingeschnittene Hohlwege zeugen an einigen Stellen vom hohen Alter und der regen Nutzung und großen Bedeutung solcher früheren „Straßen“. Auf einem weithin sichtbaren Bergkegel steht die Burgruine Stauf, eine ehemals stattliche Burganlage. Schon 1460 zerstörte sie der Bayernherzog Ludwig der Reiche im Krieg gegen den Ansbacher Markgrafen Albrecht Achilles.
Das Dorf Schwimbach war im Mittelalter Besitz des Nürnberger Heilig-Geist-Spitals. Nach 1525 wurde von dort die Reformation eingeführt. Als ganz besonderen Kunstschatz hütet die kleine Kirche St. Lorenz einen spätgotischen Flügelaltar von 1511 aus der Schule von Michael Wolgemuth. Die Innenseite birgt eine Schnitzfigur des Heiligen und vier Reliefs aus seinem Leben; die Gemälde auf den Außenseiten der Flügel zeigen in einer ungewöhnlichen Zusammenstellung die Heiligen Servatius, Hieronymus, Wolfgang, Blasius, Antonius den Einsiedler, Georg, Martin und Sebastian. Das Relief im Schrein der Predella stellt das Martyrium des Kirchenpatrons dar, ihre Flügel sind innen und außen mit 12 Apostelbildern bemalt. Die Gemälde auf der Rückseite des Altars zeigen einen „Erbärmde-Christus“ und - von herausragender Qualität und besonders bekannt - das Schweißtuch der Veronika. Ausgangs- und Endpunkt der Wanderung ist Eysölden, wo sich an den beiden Ufern der oberhalb des Ortes entspringenden Roth zwei, jedes auf seine Art stattliche Gebäude gegenüberliegen: das spätgotische Schloss, eine Vierflügelanlage mit vier runden Ecktürmen, und ein ganz besonders schönes fränkisches Fachwerkhaus.
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