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Komm ins Land der Kirschgärten
Eine traumhafte Frühlingswanderung im Spalter
Hügelland
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Informationen
Ausgangspunkt:
Kornhausplatz Spalt (Parkplatz).
Weglänge: 16 km. Meist
befestigte Feld- und Waldwege. Anstiege insgesamt ca.
200 m, davon Anstieg Spalt - Großweingarten 110m.
Abkürzungsmöglichkeit: Ab
der Kirche Hagsbronn mit 18 hinunter nach Spalt (ca. 3
km kürzer).
Gaststätten in allen
Orten am Weg.
Kirschgärten: Die großen
Kirschgärten von Großweingarten grenzen an das „Hintere
Dorf“, erreichbar über die Hintere Dorfstraße und davon
abzweigende Stichwege. Hier findet am 1. Mai das
Kirschblütenfest statt. Die Großweingarter „Kirschmeile“
liegt an der Stirner Straße. |
Wegbeschreibung
Vom P Kornhausplatz mit 27 zur
Weingarter Straße, dort nach 100 m mit 27 links,
zunächst eben, dann aufwärts nach Großweingarten,
zuletzt mit Blaukreuz. Auf der Dorfstraße durch den Ort,
an der großen Kreuzung links in die Stirner Straße, nach
200 m mit WW6 (Weitwanderweg) rechts und immer
geradeaus. Im Wald nach ca. 100 m mit WW6 und 31 rechts,
bald abwärts in ein Tal, unten rechts nach Ottmannsberg
und Enderndorf. Dort schräg links in den Schwarzfeldweg
(=16), auf ihm aufwärts, Straße überqueren und an einem
Schuppen vorbei nach Hagsbronn. Im Unteren Dorf links,
am Feuerwehrhaus rechts. Am Wald links, immer am
Waldrand oder knapp im Wald. Nicht absteigen! Beim
großen Jägerstand am Waldrand weiter, ein Stück durch
Wald, gerade über eine Straße und mit 17 zum
Schnittlinger Loch. In dieses absteigen mit Blaustrich
talauswärts, links auf die Höhe und zurück nach Spalt.
Wenn Sie die TOP 50 (CD Nordbayern) des Statistischen
Landesamtes besitzen, können Sie das Overlay für diesen
Wanderweg bei mir
per E-Mail kostenlos anfordern. Sie können damit
Ihre persönliche Wanderkarte ausdrucken. |

Großweingarten (Bild: Tourist-Information Stadt Spalt)

Kirschblütenfest in
Großweingarten
Wissenswertes zum Weg
Von Jahr zu Jahr findet das Kirschblütenfest in Großweingarten, das
immer am 1.Mai stattfindet, mehr Freunde. Kenner loben es als das
schönste Fest weit und breit. Man sitzt unter dem Meer der duftenden
und weiß leuchtenden Blüten der Kirschbäume, genießt bei fränkischen
Spezialitäten und Spalter Bier den prächtigen Rundblick auf die
fränkische Landschaft und macht einen Spaziergang durch das
Bilderbuchdorf, das 1985 im Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner
werden“ auf Bundesebene mit einer Goldmedaille ausgezeichnet wurde
und 1986 auch die Europa-Nostra-Verdienstmedaille erhielt.
Seit Menschengedenken werden in der Spalter Gegend Kirschen
angebaut. Die Kirschbäume lieben die sandigen, wasserdurchlässigen
Lehmböden der Hügel um die Stadt, und so leuchtet Ende April/Anfang
Mai der Blütenzauber tausender Kirschbäume von Großweingarten,
Schnittling, Theilenberg und Hagsbronn hinunter in die Stadt.
Nur wenige freilich denken angesichts dieser Pracht daran, welche
Mühe die Pflege der Bäume dem Obstbauern schon vor der Blüte
abverlangt hat. Schon im zeitigen Frühjahr hat er damit begonnen,
die Bäume sachkundig zu schneiden, damit sich junge Treibe bilden
können und genügend Licht in die Krone fällt. Dabei strebt er auch
an, kleine Bäume mit einer niedrigen Krone von höchstens vier Metern
Höhe heranzuziehen. So kann etwa die Hälfte der Kirschen vom Boden
aus ohne Leitern geerntet werden. Freilich lässt man, um die alten
Lokalsorten wie „Abels Späte“, „Haumüller“ und „Hedelfinger“ zu
erhalten, auch die alten Bäume stehen, die auch einmal eine Höhe von
10 Metern erreichen Aber zwangsläufig brachte es der Fortschritt in
der Züchtung mit sich, das man auch neue Sorten einführte, die aus
Amerika kommen: „Sam“, „Summit“ und „Samba“ heißen sie etwa. 28
Millimeter Durchmesser und mitunter auch mehr können ihre Früchte
erreichen.
Aufwändig und kostenintensiv sind auch die Pflanzenschutzarbeiten,
die die Frucht vor Fäulnis schützen, so vor allem die
flächendeckende Bekämpfung der Kirschfruchtfliege drei Wochen vor
der Ernte, denn sie legt Eier, aus denen der berüchtigte „weiße
Wurm“ schlüpft, der die Frucht zerstört.

Blick auf Spalt
Geerntet wird im Juli und Anfang August. Da wird es in den
Kirschgärten lebendig, und jedes Familienmitglied muss mithelfen
beim Pflücken der Kirschen. Vermarktet wird von den großen Betrieben
über die Genossenschaft, von den viel zahlreicheren kleinen
Familienbetrieben jedoch hauptsächlich direkt an Privatkunden. Fast
jeder hat seine Stammkunden, die jedes Jahr ihre „Haushaltsmenge“
beim Bauern oder ganz frisch direkt am Kirschgarten abholen.
Freilich wurden in den letzten Jahren die Abnahmemengen kleiner. Es
wird weniger eingeweckt, weil es bequemer (und oft auch billiger)
ist, die eingemachten Kirschen im Supermarkt zu kaufen. Trotzdem
haben die Spalter Kirschenbauern auf Grund der überlegenen Qualität
kaum Absatzsorgen und erzielen auch noch „vernünftige“ Preise.
Deshalb ist die Anbaufläche auch nicht zurückgegangen, sondern eher
gewachsen. „Kühe und Hopfen wurden bei der Umstellung vom
Vollerwerbs- zum Nebenerwerbslandwirt oft aufgegeben, aber der
Kirschenanbau ist geblieben. Fast jedes Haus hat auch heute noch
seine Kirschbäume“, sagt Anton Walther, erfahrener Obstbauer und als
Hersteller feiner Schnäpse und Liköre auch „Obstveredler“.
Unsere Wanderung im Spalter Hügelland ist sehr abwechslungs- und
aussichtsreich. An mehreren Wegstrecken liegt dem Wanderer der
Brombachsee zu Füßen, von Hagsbronn aus bietet sich ein einmaliger
Blick auf das mauerumgürtete Spalt. Kirschgärten, offene Landschaft,
Wälder, kleine Bäche, Teiche und schluchtartige Täler wie das
Schnittlinger Loch wechseln sich ab. Beachtenswert ist die Kunst am
Weg. Die Kirche St. Ägidius in Hagsbronn ist mit ihren guten
barocken Altären und Schnitzwerken aus verschiedenen Epochen, aber
auch den Resten gotischer Fresken ein dörfliches Kleinod. St.
Michael in Großweingarten wurde 1822/23 grundlegend umgebaut. Die
klassizistischen Altäre der Kirche sind eine Seltenheit in unserem
Bistum. Zu ihren besonderen Kunstschätzen zählen ein gotisches
Halbrelief des Marientodes, eine thronende Madonna von 1592 und ein
Opferstock aus dem Jahr 1616. Das Harmsdorfer Schlösschen in
Enderndorf aus dem 18. Jahrhundert dient heute dem Fremdenverkehr
als Informationszentrum.

Hagsbronn (Bild: Tourist-Information Stadt Spalt)
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