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Ein einzigartiger Meditationspfad
Wissenswertes zum Weg
Einst fuhr der Urahn des Meierbauern in Euerwang mit seinem Pferdefuhrwerk den steilen Weg nach Heimbach hinunter. Plötzlich scheuten die Pferde. Der Wagen überschlug sich und landete im schluchtartigen Graben neben dem Weg. In höchster Gefahr rief der Bauer Maria um Hilfe an. Zum Dank dafür, dass er unversehrt blieb, stiftete er an der Unglücksstelle den Kapellenbildstock „Maria Hilf“. Die Anlässe für die Errichtung von Kapellen, Bildstöcken und Wegkreuzen waren und sind so vielfältig wie das Leben der Menschen, die sie in Auftrag gaben. Neben der Erfüllung eines Gelübdes und dem Dank für die Genesung von einer schweren Krankheit oder der Errettung aus Lebensgefahr wurden sie häufig einfach „nur“ als Plätze der Rast, des andächtigen Verharrens, des Atemholens der Seele und des Gebetes geschaffen. Noch bis vor wenigen Jahrzehnten zogen Vorbeigehende dort den Hut und verharrten zum Gebet. Die „Salvatortafel“ am Beginn des von Heimbach nach Euerwang hinaufführenden einstigen Schulwegs, für Generationen von Schulkindern Treffpunkt, von dem aus sie bei Wind und Wetter den Weg nach Euerwang gemeinsam gingen, war wohl ein solcher Ort des Gebetes. Die Eltern, die ihre Kinder bis dorthin begleiteten, erflehten hier für sie Schutz auf ihrem vor allem im Winter beschwerlichen Weg.
Auf einer Wanderung von Greding über den Pfaffenberg nach Heimbach wird ein Gegensatz deutlich, den man sich größer kaum vorstellen kann. Auf der einen Seite des Berges Tempo, Hektik, Lärm durch den Verkehr, der auf der Autobahn vorbeibraust. Auf der anderen Seite, keine zwei Kilometer entfernt, ein kleines Dorf in einem abgelegenen, idyllischen, fast noch intakten Tal, durchflossen von einem Bach, der aus zahlreichen Quellen gespeist wird, umgeben von prachtvollen Mischwäldern und mit einer Kirche als Mittelpunkt. Wer von Greding kommend ins Dorf hinunterwandert, wird von einer Stille umfangen, die heute selten geworden ist und gewinnt den Eindruck, hier sei die Zeit stehen geblieben - eine Umgebung, die wie geschaffen ist für diesen einzigartigen Meditationsweg. Er gibt Gelegenheit, auf die Botschaft dieser religiösen Denkmäler, deren Alter vom 17. Jahrhundert bis in die Gegenwart reicht, zu hören und sie zu verinnerlichen. Wer ihm folgt, dem wird seine Wanderung zum ganz persönlichen religiösen Erlebnis. Die Denkmäler des Glaubens an diesem Weg waren früher und sind gerade auch in unserem heutigen hektischen Leben Orientierungshilfen in einem doppelten Sinn: Wegweiser nicht nur im Gelände, sondern auch hinauf zum Herrgott. Eine Inschrift auf der Rückseite des Bildstocks gegenüber der Heimbacher Kirche drückt dies aus: „Sind auch alle Wege versperrt, führt immer noch ein Weg nach oben“
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