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Das Juwel auf dem Berge
Wissenswertes zum Weg
„Cuius regio, eius religio“, der Landesherr bestimmt die Konfession seiner Untertanen. Dieser Grundsatz galt nach der Reformation. Ohne Wenn und Aber musste die Bevölkerung ggf. die Konfession wechseln. Was aber, wenn sich zwei Herren in einem Territorium um die Souveränität stritten. So in Königstein, heute nördlichste Pfarrei im Bistum Eichstätt, im 17. Jahrhundert Teil des „Sulzbacher Landes“. Nach langem Hin und Her zwischen dem Herzog von Neuburg und dem Pfalzgrafen von Sulzbach um die Frage der Konfessionszugehörigkeit ihrer Untertanen beendete 1652 eine Art „salomonischer Vergleich“die Streitigkeiten: Die katholische und evangelische Konfession sind im Sulzbacher Land fortan gleichberechtigt. Die Kirchen werden „Simultankirchen“, gehören also beiden Konfessionen gemeinsam. Dass es hierbei in Einzelfragen der Nutzung zwischen den Konfessionen nicht immer friedlich zuging, liegt auf der Hand, besonders weil die Landbevölkerung in großer Mehrheit evangelisch-lutherisch blieb. Die Filialgemeinden Kürmreuth und Eschenfelden haben noch heute ihre Simultankirchen, in Königstein baute die katholische Gemeinde 1965 eine eigene Kirche. Die beiden Konfessionen leben heute friedlich miteinander und pflegen gute ökumenische Kontakte. An das „Zelt Gottes unter den Menschen“ erinnert die vom Nürnberger Architekten Peter Leonhardt erbaute katholische Pfarrkirche St. Michael mit ihrer hoch aufragenden Holzdecke. Das 450 Jahre alte Kruzifix aus der Burgkapelle Breitenstein und ein für die Gegend seltener „Akanthusaltar“ mit einer spätgotischen Madonna aus der Simultankirche, eine der schönsten Marienfiguren unserer Diözese, schmücken die Stirnwand. Ein Bilderzyklus in den Glasfenstern zeigt auf der linken Kirchenwand wichtige Szenen der Heilsgeschichte, rechts die 14 Kreuzwegstationen. - Die evangelische Kirche St. Georg ist ein einfacher Bau, der 1783-86 eine mittelalterliche Kirche ersetzte. Südwestlich des Ortes thront auf einem Felsen die Burgkapelle Breitenstein aus dem 12. Jahrhundert. Als einzige zweigeschossige Kapelle der Oberpfalz ist sie eine Kostbarkeit. Weit schweift von dort der Blick in die Oberpfälzer Juralandschaft mit ihren ausgedehnten Mischwäldern. Der Steinberg mit seinen mit vielen romantischen Felsgebilden, gewaltigen Felswänden und Felsüberhängen ist ein ebenso beliebtes Wanderziel wie das Kühloch, die älteste Wohnhöhle der Gegend, benannt nach dem Vieh, das die Bauern in den napoleonischen Kriegen hier versteckten. Gar nicht weit ist es auch zu einer der eindruckvollsten Tropfsteinhöhlen der Fränkischen Alb, der Maximiliansgrotte mit ihrem 1200 m langen, verzweigten Gangsystem voller bizarr geformter Tropfsteinen, darunter der größten Tropfstein Deutschlands. Der „Bockbühlweg“ ist ein lehr- und abwechslungsreicher Natur- und Landschaftsweg, der die vielen „Gesichter“ der Alb, aber auch die Vielfalt der Flora und Fauna erschließt. Wer seine Wanderung mit der Einkehr in einer zünftigen Berghütte abschließen will, der kann noch auf den 653 m hohen Ossinger wandern, von dessen Aussichtsturm sich ein weiter Blick über das fränkische und oberpfälzer Land bietet.Weitere Bilder Kulturwanderung |