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Ein Technikdenkmal neu entdecken
Mit
dem Fahrrad auf alten Treidelwegen den Ludwig-Donau-Main-Kanal
entlang
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Informationen
Ausgangspunkt: Parkplatz
an der Freystädter Straße in Neumarkt. Damit die gleiche
Strecke nicht zweimal befahren werden muss, empfiehlt
sich die Rückfahrt mit der Bahn ab Burgthann oder
Feucht. Günstige Fahrpreise im VGN (z.B. Tagesticket
Plus).
Entfernungen: Neumarkt –
Burgthann 20 km, Burgthann – Brückkanal 9 km, Brückkanal
– Bahnhof Feucht 3 km.
Einkehrmöglichkeiten am
Kanal und den von ihm berührten Orten.
Treideln ab Schwarzenbach:
Am 4.7., 18.7., 1.8., 5.9., 12.9. ab 13 Uhr. Preis 3 €.
Auskunft Tel. 09183-40140 (Gemeinde Burgthann).
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Wegbeschreibung
Vom P an der Freystädter Straße
(bei der Bahnunterführung) in die Mistelbacher Allee.
Den Wegweisern nach Berg folgend auf den Kanal-Radweg.
(Achtung: Nach der Fußgängerbrücke scharf rechts!).
Vorbei am alten Kanalhafen und am ehemaligen
Gartenschaugelände. Aus der Stadt hinaus und auf dem
Treidelweg bis zur Gaststätte an der Schleuse 35 (ca. 20
km). Hier rechts zum Bahnhof Burgthann. Zug nach
Neumarkt jeweils 6 Minuten nach der vollen Stunde.
Verlängerung:
Von der Schleuse 35 weiter bis zum Brückkanal. Vor der
Autobahnunterführung kurz danach den Kanal-Radweg nach
rechts verlassen, durch die Gsteinacher und Schwabacher
Straße geradeaus ins Zentrum von Feucht und dort mit dem
Wegweiser links zum Bahnhof. Zug nach Neumarkt jeweils 4
Minuten vor der vollen Stunde. Am Bahnhof Neumarkt links
in die Stefanstraße und gerade zur Freystädter Straße.
Auf ihr links durch die Bahnunterführung zum P. |

Die ehemaligen Treidelwege am Ludwigskanal sind heute ideale Rad-
bzw. Wanderwege.
Wissenswertes zum Weg
Eine schiffbare Verbindung zwischen Main
und Donau und damit zwischen Nordsee und Schwarzem Meer ist ein
alter Menschheitstraum. Schon Karl d. Gr. versuchte sie 793 bei
Treuchtlingen, und immer wieder wurden im Lauf der Jahrhunderte neue
Pläne ausgedacht. Aber erst König Ludwig I. von Bayern gelang es,
1836 – 1845 zwischen Bamberg und Kehlheim einen 173 km langen Kanal
zu erbauen. Nach ihm wurde er auch benannt: „Ludwig-Donau-Main-Kanal“.
Mit Hilfe von 100 Schleusen überwindet
diese 15,80 m breite und 1,46 m tiefe Wasserstraße den
Höheunterschied von 79 m von Kelheim hinauf zur Scheitelhaltung auf
dem Fränkischen Jura und 183 m hinunter nach Bamberg. Ihr Bau mit
Hilfe der „cut-and-fill“ - Technik war damals eine technische
Meisterleistung: Mit dem bei der Aushebung der Geländeeinschnitte
anfallenden Material wurden zum Ausgleich der Höheunterschiede 70
Dämme gebaut. Der bekannteste ist der 319 m lange und 29 m hohe
Distellochdamm; die beeindruckendsten Einschnitte sind der 580 m
lange und 23 m tiefe Unterölsbacher und der 870 m lange und 15 m
tiefe Dörlbacher Einschnitt. Bis zu 9000 Arbeiter waren gleichzeitig
beim Kanalbau beschäftigt.
Bis zu 32,10 m lange und 4,47 m breite
Schiffe mit 120 t Ladefähigkeit konnten auf dem Kanal verkehren.
Antriebskraft waren „Pferdestärken“: Von den Wegen links und rechts
des Kanals aus wurden die Schiffe an langen Seilen von Pferden
gezogen, „getreidelt“, meist beladen mit Massengütern wie Holz,
Kohlen Steinen und Agrarprodukten. Sein Wasser erhielt der Kanal aus
den umliegenden Bächen. Für die Schleusenwärter entstanden nach
einem Musterplan des bekannten Baumeisters Leo von Klenze 69
klassizistische Wärterhäuschen von hohem architektonischem Anspruch.
Nur zwei Jahrzehnte war der Kanal
rentabel.1861/62 verkehrten auf ihm 4980 Schiffe und 2876 Flöße.
Bald aber sank die Güterbeförderung rapide, denn 1871 wurde die
Bahnstrecke Nürnberg – Regensburg eröffnet, und der Transport auf
der Schiene war dem auf dem Schiff an Zeit und Ladefähigkeit
haushoch überlegen. So fristete der Kanal bald ein immer
bescheideneres Dasein. Im 2. Weltkrieg wurde er teilweise zerstört,
1950 endgültig aufgelassen.

Schleuse mit klassizistischem Schleusenwärterhaus.
Beide sind heute denkmalgeschützt. |

An einigen Sonntagen wird mit diesem Schiff bei
Schwarzenbach wieder getreidelt.
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15 m tief ist der 879 m lange Dörlbacher Einschnitt |
Heute
steht er mit seinen Schleusen und Wärterhäuschen unter Denkmalschutz
und ist zu einer beliebten Freizeiteinrichtung, aber auch zu einem
wertvollen Biotop geworden. Auf den Treidelwegen verläuft ein Rad-
und Wanderweg. Angler gehen an seinen Ufern ihrem Hobby nach. Bei
Schwarzenbach und Mühlhausen wird an bestimmten Sonntagen sogar
wieder getreidelt. Alleen begeleiten die Ufer, und das stehende
Wasser ist Lebensraum für eine Vielzahl von Tieren und Pflanzen. An
wichtigen Stellen erläutern Schautafeln die technischen Details.
Dies alles macht, zusammen mit den teils weiten Ausblicken auf die
Landschaft, eine Radtour entlang des Kanals zu einem
abwechslungsreichen Erlebnis. Da der Weg im Bereich der 24 km langen
Scheitelhaltung von der Schleuse 32 südlich Neumarkt bis zur
Schleuse 33 bei Rübleinshof eben ist und danach bei den kurz
aufeinander folgenden Schleusen jeweils nur einige Meter abfällt,
ist er ganz besonders geeignet für Familien mit Kindern.

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