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An dem Molsbach helle
Wissenswertes zum Weg Hell glitzert das Wasser des Bachs in der Sonne. Quicklebendig plätschert er mir entgegen, hüpft in kleinen Kaskaden über die Steinstufen, gischt und schäumt. Bäume und Büsche säumen seine Ufer. Blühende Wiesen bedecken den Talboden, Buchenwälder die Hänge. Immer wieder wird er gespeist von kleinen Quellbächen, die auf den Talhängen entspringen. An einem dieser Rinnsale hat ein Bauer liebevoll eine Miniaturmühle aufgestellt, detailgetreu, mit fränkischem Fachwerk und Mühlrad. Anderswo wirkt so etwas vielleicht kitschig. Hier empfinde ich es fast als Teil der Landschaft und freue mich darüber. Wasser ist Segen, Wasser ist Leben. Hier wird es mir besonders intensiv bewusst.
Ich wandere durch das Tal des Molsbaches südlich von Hersbruck. Tief hat er sich in die Albtafel eingegraben. 16,5 Hektar des Molsberger Tales sind Naturschutzgebiet. Meine Wanderung bachaufwärts führt nicht nur durch verschiedenartige Biotope, sondern ist auch ein Streifzug durch die Geologie. Denn auf seinem nur 4 km langen Lauf hat der Molsbach, der in Förrenbach in den Albach mündet und mit diesem bald darauf vom Happurger Stausee aufgenommen wird, ein Gefälle von 140 Metern. Seine steilen Talflanken durchschneiden mehrere geologische Schichten. Hier, im unteren Talabschnitt, entspringen auf der unter dem Eisensandstein liegenden Sperrschicht des Opalinustones nur einzelne Quellen. Am Naturdenkmal „Molsberger Linde“, wo der Weg zu steigen beginnt, komme ich aber in eine ganz andere Zone. Mein Pfad quert die Schicht des Ornatentons, welche die darüber liegenden Mergel- und Werkkalkschichten nach unten „abdichtet“. Hier sprudeln die Quellen auf breiter Front zutage. Rings um mich gluckst und gurgelt es. Überall rinnt das Wasser in den Bächlein zu Tal und hüpft über die kleinen Tuffkaskaden, die es selbst gebildet hat. 28 Quellen „zählbare“, sichtbar zu Tage tretende Quellen speisen den Molsbach offiziell, doch ich bin sicher, dass es ungleich mehr sind. Artenreiche Feuchtbiotope säumen meinen Weg, und die Hänge und das Bachbett sind von üppigem „Urwald“ bedeckt. Beim weiteren Anstieg ändert sich der Bewuchs erneut. Die unglaublich steilen Hänge säumt ein Schluchtwald mit stattlichen Bäumen, und wo weiter oben die Hänge des V-Tales flacher werden, bedecken die Halbtrockenrasen zerzauste Wacholderbüsche und vielfältige andere charakteristische Pflanzen, denen die mageren Kalkböden kärgliche Nahrung bieten. Der abwechslungsreiche Weg durch dieses älteste Naturschutzgebiet im Nürnberger Land beginnt im parallel verlaufenden Tal des Kainsbachs. Vom gleichnamigen Ort führt er steil hinauf auf den Bergsporn, den einst die mächtige Burg Reicheneck beherrschte, nach zwei Zerstörungen im Laufe der Jahrhunderte zweimal immer größer wieder aufgebaut, 1809 versteigert und danach abgebrochen. Nur mehr Gräben und verfallene Mauern zeugen von der ausgedehnten Burganlage. Einzig das zweistöckige Jägerhaus am Eingang wurde vor dem Verfall gerettet und restauriert. Sehenswert ist die um 1830 errichtete klassizistische, in der Tradition der Bauten Ludwigs I. in München ausgemalte evangelische Kirche in Förrenbach mit modernen Glasfenstern im Chorraum. Am Rückweg über die Hochfläche erinnert ein Mahnmal an die 1944/45 an dieser Stelle eingeäscherten Opfer des KZ-Lagers Hersbruck.
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