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Im Land der Felsendome und Höhlen
Wissenswertes
Es könnte fast eine Frage für ein ökumenisches Quiz sein: „In welchem Dorf auf dem Gebiet der Diözese befinden sich eine katholische und eine evangelische Kirche mit dem gleichen Patrozinium?“ Eine der richtigen Antworten: In Neukirchen bei Sulzbach –Rosenberg. Die Kirchen beider Konfessionen haben dort die Apostelfürsten Petrus und Paulus als Patrone.
In den Zeiten der Reformation und Gegenreformation rangen auch hier die Menschen um den rechten Glauben. Ihr persönliches Suchen war jedoch überlagert von den Herrschaftsverhältnissen. Sie hatten das Bekenntnis anzunehmen, das ihnen von der Obrigkeit auferlegt wurde. Nach einem mehrmaligen Wechsel der Konfession wurden hier im Sulzbacher Land 1652 zwischen dem Fürsten von Pfalz-Neuburg und dem Pfalzgrafen von Sulzbach trotz der mehrheitlich evangelisch-lutherischen Bevölkerung die beiden Konfessionen gleichberechtigt. Als gangbarer Weg für das gegenseitige Miteinander wurde der gemeinsame „Besitz“ aller Kirchen vorgesehen, die fortan als „Simultankirchen“ von beiden Konfessionen gemeinsam genutzt wurden. Erst 1927 zog die katholische Gemeinde von Neukirchen um in ihr vom Architekten Otto Schulz neu erbautes Gotteshaus, das 1928 eingeweiht wurde und wie die alte, gemeinsame Kirche als Patrone die beiden Apostelfürsten erhielt. Dabei durfte sie den Großteil der Inneneinrichtung mitnehmen, so auch den barocken Hochaltar mit dem Altarbild der Kirchenpatrone. „Schmuckstück“ ist der Kirche ist jedoch der Flügelschrein eines spätgotischen Marienaltars von 1521 an der rechten Wand des Kirchenschiffes, während die evangelische Kirche im Ortszentrum mit ihrem gotischen Chor, den Grabsteinen adeliger Familien und vor allem einem romanischen Taufstein von etwa 1150 ihre größten Schätze besitzt.
Die waldreiche Gegend um Neukirchen ist reich an Schönheiten der Natur, vor allem großartigen Felsgebilden und vielfältigen Höhlen und Halbhöhlen. So führen etwa das „Windloch“ und das „Franzosenloch“ tief in die Erde, während die „Geiskirche“ ein gewaltiger, von einer natürlichen Felssäule abgestützter domartiger Felsüberhang ist. Daneben türmen sich die Felsen wie zu einem Naturtheater auf, an dem der Weg entlang führt. Die „Osterhöhle“ ist zwar eine der kleinsten deutschen Schauhöhlen, aber sicher auch eine der geheimnisvollsten. Ein eigenartiges Gefühl beschleicht den Besucher, wenn bei einer Führung nur das Licht einer Karbidlampe diese stille, geheimnisvolle unterirdische Welt erleuchtet: Das 185 m lange Gangsystem mit der domartigen Erweiterung, die Tropfsteingebilde und Sinterröhrchen, in denen die Phantasie Figuren entdecken kann : Den „Adler“, die „Orgel“, „Adam und Eva“ oder auch die „Burg“, das „Matterhorn“ und die „Schatzkammer“ .
Ein großartiger Aussichtspunkt auf Neukirche und die Kuppen und
Talgründe des Oberpfälzer Jura ist der Hartenfels. Auf diesem
Felssporn finden sich Reste von drei Befestigungsanlagen aus
frühgeschichtlicher, früh- und hochmittelalterlicher Zeit. Nur in
ihrem Schutz konnte sich das Dorf Neukirchen entwickeln. |