|
Eine Burg mit Freunden
Eine Wanderung um die Ruine Wolfstein bei Neumarkt

Mariahilfkirche
Anfahrt und Parken In Neumarkt mit
den Wegweisern Wolfstein bzw. Pelchenhofen oder
Schafhof zur Heiligkreuzkirche an der Pelchenhofener
Straße im östlich gelegenen Ortsteil Wolfstein. Dort
Parkplätze.
Weglänge: 7 km. Aufstieg
zur Burgruine ca. 100 Höhenmeter
Einkehrmöglichkeiten:
In der Burggaststätte Wolfstein, in Höhenberg oder in
Schafhof (ca. 400 m östlich der Kirche) |
Wegbeschreibung
Von der Heiligkreuzkirche auf der Straße in Richtung
Schafhof. Nach ca. 200 m rechts aufwärts und – zuerst
gerade, dann links haltend - hinauf zum Krähentisch und
zur Burgruine. Bei der Bushaltestelle am Parkplatz auf
der Straße in Richtung Fuchsberg. (Ab hier führt bis zur
Mariahilfkirche die Markierung Rotstrich). Nach ca.300 m
in der Mulde links abwärts, im Wald etwa auf halber
Hanghöhe geradeaus, dann rechts aufwärts nach Fuchsberg.
(Von Wolfstein hierher auch auf der Straße). Am Ort
rechts vorbei zur Siedlung Hinterer Fuchsberg und dort
in den Wald. Kurz nach Waldbeginn bei der Gabelung auf
den linken Zweig! Bei der Einmündung in die Straße
rechts nach Höhenberg, durch den Ort und an der
Sternwarte vorbei nach Mariahilf. Mit den
Kreuzwegstationen auf Treppen abwärts zum Kloster St.
Josef. Geradeaus in die Wolfsteinstraße. Auf dem
Fuß-/Radweg nach Wolfstein und durch den Ort zur
Heiligkreuzkirche.
Die Wegskizze für diese Wanderung zum Ausdrucken können
Sie bei mir
per E-Mail kostenlos anfordern. |

Eine Brücke überspannt den Burggraben der Ruine Wolfstein;
rechts der Bergfried, links das Wohngebäude
Wissenswertes zum Weg

Blick von Mariahilf auf Neumarkt und die
Zeugenberge |

Der Krähentisch
|
Ein einmaliger Blick bietet sich vom Krähentisch, einer tischartigen
Felsformation auf dem Wolfstein bei Neumarkt, auf die Stadt und das
Neumarkter Becken mit seinen Bergen. Dillberg mit Brentenberg,
Möninger Berg, Heinrichsbürg, Tyrolsberg und Hoher Ant, Staufer
Berg, Sulzbürg mit Galgenberg, Schlüpfelberg, Badberg und
Schlossberg heißen sie. Als Inselberge sind sie dem Trauf der
Fränkischen Alb vorgelagert und das charakteristische Merkmal dieser
Landschaft. „Zeugenberge“ nennt sie der Geologe auch, denn sie
bezeugen dass einst der Albtrauf etwa 10 Kilometer weiter westlich
an der Linie Freystadt – Altdorf verlief. Durch die Erosion wurden
sie im Laufe des Quartärs, also vor gut 1 Million Jahren
herauspräpariert. Einige haben mit 600 m noch heute die Höhe der
einstigen Hochfläche, andere sind bereits stark abgetragen und
zeigen sind kegelförmig oder haben ein rückenförmiges Aussehen. In
der Keltenzeit und im Mittelalter forderten sie die Menschen oft
genug heraus zum Bau von Befestigungswällen und mittelalterlichen
Burganlagen, wie die beiden Burgen und die Wallanlage in Sulzbürg,
die frühgeschichtliche Befestigungsanlage auf dem Buchberg, der
Burgstall auf dem Staufer Berg oder die Heinzburg beweisen.
Schon dieser Blick allein lohnt die Mühe des Aufstiegs, noch mehr
aber der Besuch der nahen, 580 m hoch gelegenen Burgruine Wolfstein
auf einem nach Westen und Norden steil abfallenden Bergsporn des
Juraplateaus – weithin sichtbares Wahrzeichen Neumarkts.
Im
13. Jahrhundert wurde die Burg zu einer bedeutenden spätromanischen
Anlage ausgebaut. Wall und Graben trennten jetzt die Vorburg - heute
Bauernhof - von der Jurahochfläche. Vor- und Hauptburg waren durch
einen tiefen Halsgraben getrennt, eine Zugbrücke ermöglichte den
Zugang. Durch ein Tor, flankiert von zwei kleinen Rundtürmen, betrat
man den Zwinger der Hauptburg. Zwischen der Außenmauer und der
inneren Burgmauer kam man in den Burghof mit dem mächtigen Palas und
dem Bergfried. Vor der westlichen Burgmauer lag die kleine
Burgkapelle und ragte die auf schmalem, annähernd quadratischem
Grundriss errichtete Kemenate empor.
Am
Ende des 13. Jahrhundert besaß Gottfried II. von Sulzbürg die Burg,
ein Sohn des Klosterstifters von Seligenporten. Seit dieser Zeit
führten die Sulzbürger Herren bis zum Erlöschen ihres Geschlechtes
im Jahr 1740 den Namen „von Wolfstein“.
Die Burg Wolfstein besaßen sie bis 1465. Damals kaufte sie Pfalzgraf
Otto II. von Neumarkt, und die Herrschaft Wolfstein wurde ein
Pflegamt, dessen Sitz jedoch später nach Neumarkt verlegt wurde.
Weil die Burg jetzt kaum mehr eine Funktion hatte, verfiel sie
bereits ab dem Beginn des17. Jahrhunderts. Vor einigen Jahren hat
sich der Förderverein „Wolfsteinfreunde“ gegründet, der die Ruine
zurzeit mit großem Engagement saniert - in erster Linie aus
Mitgliederbeiträgen und Spenden und - wie der Besucher sieht,
vorbildlich.
Wer den Spaziergang auf den Wolfstein zu einer Rundwanderung
ausdehnen möchte, sollte - auch wegen der Aussicht, die sich immer
wieder bietet - die Wallfahrtskirche Mariahilf mit in seine Runde
einbeziehen. Hier hatte die Stadt Neumarkt schon 1787 eine hölzerne
Kapelle errichtet. Sie war ausgestattet mit einer Kopie des
bekannten und viel verehrten Mariahilfbildes von Lukas Cranach, die
Kurfürst Max Emanuel den Kapuzinern geschenkt hatte. Da die Kapelle
bald zu klein wurde, baute man 1718 – 1727 die heutige
Wallfahrtskirche, zu der ein Kreuzweg mit 367 Stufen hinaufführt Sie
ist nicht nur ein barockes Kleinod, sondern bis heute auch Ziel
vieler Wallfahrer.
Zurück zur
Übersicht "Bistum"
|