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Auf einst ritterlichen Pfaden
Wissenswertes zum Weg
Heute schaut die Ruine friedlich hinab auf das Schwarzachtal und Obermässing. Vor bald 500 Jahren, im Jahr 1525, ging es hier nicht so friedlich zu: An die die 300 Bauern aus der ganzen Gegend rotteten sich zum „Mässinger Haufen“ zusammen, zogen hier herauf zum Hofberg und nahmen die Burg ein. Die Kunde davon verbreitete sich, und bald waren hier über 5000 mit ihrem Schicksal unzufriedene, von der Obrigkeit in ihren Rechten willkürlich eingeschränkte Bauern aus dem Hochstift Eichstätt, dem ansbachisch - markgräflichen Land um Thalmässing, dem pfalz-neuburgischen Gebiet um Hilpoltstein und dem Fürstentum der Oberen Pfalz um Neumarkt versammelt. Mit ihrem Aufstand wollten sie ihre unerträgliche Situation verbessern. Als jedoch Pfalzgraf Friedrich mit vereinigten fürstlichen Truppen nahte, flüchteten sie. Der Aufstand wurde niedergeschlagen, die Rädelsführer hingerichtet oder hart bestraft.
Der Letzte des Geschlechts, der 1285 kinderlos starb, vererbte sie samt dem Dorf dem Deutschen Orden, der hier eine Komturei der Ballei Franken einrichtete. 1465 erwarb Fürstbischof Wilhelm von Reichenau, geboren im nahen Burggriesbach, Dorf und Burg. Im Ort richtete er ein Pflegamt ein, auf der Burg seinen Sommersitz, wo er 1496 auch starb. 1803 in der Säkularisation fiel die Burg an das Kurfürstentum Bayern, das sie umgehend veräußerte. Am Hofberg entstanden sechs private landwirtschaftliche Anwesen. Teile der Burggebäude wurden abgerissen. Aber noch heute ist die ursprüngliche Anlage der mächtigen Burg zu erkennen. In der etwas höher gelegenen Vorburg befanden sich die Wirtschaftsgebäude. Die Hauptburg mit Palas, Burgkapelle und Bergfried war geschützt durch steile Hänge und einen Halsgraben, durch Mauer, Torbau und Zugbrücke. Wilhelm von Reichenau verbesserte den Schutz 1490 durch eine neue Ringmauer mit 5 Ecktürmen. Fürstbischof Marquard Schenk von Castell ließ 1670 die Hauptburg zu einem Wohnschloss umbauen. Der aussichtsreiche Weg zur Burg führt vom Ort durch den einstigen vorgelagerten „Herrengarten“, ein Wiesengelände mit Weihern und Wald, auf 270 Stufen steil aufwärts. Dass es diesen Weg gibt und dass sich der Besuch der Burg wieder lohnt, ist der Initiative des Vereins für Kultur- und Heimatpflege Greding zu verdanken. Er erwirkte viele Spenden, bewog zahlreiche Bürger zur tatkräftigen Mithilfe und sanierte so die Westmauer mit zwei Rundtürmen. Ab etwa 1680 war Obermässing auch „Heimat“ des Graubündner Baumeisters Johann Baptist Camesino. Er hatte hierher geheiratet, besaß ein Wohnhaus und ansehnlichen Grundbesitz und baute in der Umgebung zahlreiche Kirchen oder gestaltete sie um. Er gab auch der sehenswerten Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt, einer ehemaligen Wehrkirche, ihr heutiges Aussehen. Als besonders gelungen gelten seine Kirchtürme, z. B. auch in Allersberg, Hilpoltstein und auf dem Eichelberg.
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