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Einst klapperten hier elf Mühlen
Wissenswertes zum Weg
Nachdenklich sitzen die drei Müller in der Mitte des Brunnenbeckens vor dem Pleinfelder Rathaus auf ihren Mehlsäcken und blicken ins Wasser, stellvertretend für alle elf ihres Berufsstandes, deren Mühlen beim Bau des Brombachsees buchstäblich untergegangen sind. Was sie wohl sagen würden, wenn sie noch einmal zurückkehren und den rasanten Wandel ihres einst gemütlichen Marktfleckens zu einem lebhaften Fremdenverkehrsort mit allen Vor- und Nachteilen sehen könnten? Wer Ruhe sucht, findet aber östlich des Marktes dennoch einen einsamen, landschaftlich abwechslungsreichen, konditionell freilich etwas anspruchsvollen Rundweg. Er führt durch das Arbachtal hinauf nach Walting, im unteren Abschnitt eine kleine bewaldete Talschlucht, durch die der unberührte Bach mäandert, im oberen ein idyllisches Wiesental. Dazwischen lädt eine Hütte an einer liebevoll gefassten Quelle und einem von der Kolpingfamilie aufgestellten Bildstock der Hl. Familie zur Rast ein. Von der Hochfläche geht es abwärts ins Igelseetal mit seinen Fischweihern, dann steil wieder hinauf zum weithin sichtbaren Schloss Sandsee, vorbei an der eindrucksvollen „1000-jährigen Eiche“, ehe der Weg hinunter nach Mischelbach führt.
Ausgangs- und Zielpunkt ist der Markt Pleinfeld. Von 1435 bis zur Säkularisation 1802 gehörte er zum Hochstift Eichstätt, ab 1511 als Sitz eines bischöflichen Pfleg- und Kastenamts. Gegen Ende des 15. Jahrhunderts erwirkte Bischof Wilhelm von Reichenau das Markt- und Befestigungsrecht. Aber bedingt durch den Widerstand der umliegenden Rivalen des Eichstätter Fürstbischofs - der Markgrafen von Brandenburg - Ansbach, des Deutschen Ordens in Ellingen und der Freien Reichsstadt Weißenburg - konnte erst 1540 mit dem Bau der Befestigung begonnen werden. Nur geringe Reste sind davon noch erhalten. Dazu zählt in erster Linie das Spalter Tor, das mit seinem dekorativen Fachwerkgiebel heute als Wahrzeichen des Marktes gilt. Im Schwedenkrieg wurde der Ort arg in Mitleidenschaft gezogen, erlebte aber ab etwa 1700, auch dank seiner tüchtigen Handwerker, eine neue Blüte. Im 18. Jahrhundert entstanden die Neubauten, die noch heute das Ortsbild prägen: das Rathaus, das Kastenhaus, die Rezatbrücke aus Sandstein. Das spätmittelalterliche Schloss wurde im 17. und 18. Jahrhundert zum Amtssitz für die fürstbischöflichen Vögte umgebaut. Heute beherbergt der Zweiflügelbau u. a. das Heimat- und Brauereimuseum. 1768/69 erbaute Domenico Maria Salle an der Stelle der mittelalterlichen Chorturmkirche St. Nikolaus eine neue Pfarrkirche. Ihr von einer Laterne gekrönter Turmhelm beherrscht noch heute die Silhouette des Ortes. 1931/34 wurde sie als Querbau in einen umfangreichen Erweiterungsbau miteinbezogen. Die barocke Ausstattung aus dem 17. und 18. Jahrhundert wurde dabei weitgehend wieder verwendet. Auch das Schloss Sandsee mit seinem Bergfried, der wohl im späten 12. Jahrhundert erbaut wurde, war ursprünglich im Besitz der Grafen von Hirschberg. Von 1302 bis 1802 gehörte es den Eichstätter Bischöfen, denen es als Amtssitz der Pfleger und Kastner und als Jagdschloss diente. Im Schwedenkrieg wurde es stark beschädigt, später erhielt es durch den Abriss alter Teile sowie durch Um- und Zubauten sein heutiges Aussehen. Seit 1817 gehört es der Fürstenfamilie von Wrede.
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