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Die "Wiedervereinigung" von 1966
Wissenswertes zum Weg
Es war ein Glücksfall: Genau zu der Zeit, als in den 60er Jahren auf dem Habsberg der neue Friedhof angelegt werden sollte, erfuhr die Kirchenverwaltung, dass in München auf Grund einer Betriebsauflösung eine größere Anzahl handgeschmiedeter Kreuze günstig zum Verkauf stehe. Man überlegte nicht lange und griff zu. So entstand ein Friedhof, der sich mit den eisernen Kreuzen und Grabumrahmungen aus Bruchsteinen einmalig in die Oberpfälzer Juralandschaft einfügt. Er versetzt im Gegensatz zu manch anderem, mit seelenlosen, monströsen Grabsteinen bestücktem, nicht in triste Stimmung, sondern verkündet das Leben, atmet christliche Auferstehungshoffnung. Diese Art „Gottesacker“ fand offensichtlich Gefallen, denn bald gestalteten nach und nach auch die Bewohner im nahen Oberwiesenacker und anderen Dörfern der Gegend ihre Friedhöfe nach diesem Vorbild um. Ihnen allen stand dabei wohl der „Rosenfriedhof“ von Dietkirchen Pate, wo Pfarrer Johann Baptist Weis seit der Erweiterung ab 1933 schmiedeeiserne Kruzifixe an Stelle von Grabsteinen durchgesetzt hatte. Ausgangspunkt unserer herbstlichen Wanderung durch die Oberpfälzer Kuppenalb ist Prönsdorf, ein kleiner, aber geschichtlich bedeutsamer Ortsteil der Stadt Velburg Heuer feierte er sein tausendjähriges Bestehen. 1004 wurde er im Traditionsbuch des Klosters St. Emmeram in Regensburg erstmals erwähnt. Eine wesentliche Bedeutung dürfte dem Dorf durch seine Lage an zwei für die damalige Zeit wichtigen mittelalterlichen Straßen zugekommen sein; zum einen der alten Königsstraße, die von Frankfurt nach Regensburg führte und den Knotenpunkt Lauterhofen tangierte und im Lauterachtal verlief, zum anderen dem für die Region sehr wichtigen Verbindungsweg von Lauterhofen nach Ingolstadt. Der Neumarkter Kreisarchivpfleger Walter Steiner, der anlässlich der Tausendjahrfeier 2004 auch in der Geschichte von Prönsdorf forschte, ist auf Grund der Entfernungsverhältnisse davon überzeugt, dass die Ansiedlung damals als Rastort gedient hat. Kurios mutet uns heute an, dass das Dorf bis 1966 auf zwei Bistümer aufgeteilt war. Mitten durch das einstige „Hirtenhaus“ verlief die Grenze: Der Stall lag im Bistum Regensburg, die Stube im Bistum Eichstätt.
Heute ist Prönsdorf ein selbstbewusster Ortsteil der Großgemeinde Velburg, mit einer regen Dorfgemeinschaft und einem aktiven Vereinsleben. Sein Mittelpunkt ist die 1866 aus Spenden der Dorfbewohner erbaute Kapelle „Mariä Opferung“, an der unsere Wanderung beginnt. Ihre landschaftlichen Glanzpunkte sind der Kalvariberg von Oberwiesenacker mit den drei Kreuzen, vor allem aber der darüber liegende Schanzberg. In der unruhigen Zeit des frühen 10. Jahrhunderts stand hier eine gewaltige Flieh- und Herrenburg, deren Ausmaße im Gelände noch zu erkennen sind. Aber auch wegen des umfassenden Rundblicks lohnt sich der kurze Abstecher dort hinauf. Höhepunkt ist der Besuch des Habsbergs. Als Sitz des einflussreichen Geschlechts der Grafen von Kastl – Habsburg war er im Mittelalter politisch, als Wallfahrt "Maria Heil der Kranken" ist er seit dem 17. Jahrhundert religiös sehr bedeutend. Die weithin sichtbare, reich ausgestattete Rokokokirche ziert die 621 m hohe Bergkuppe wie eine Krone.Zurück zur Übersicht "Bistum" Kulturwanderung |