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Im Hopfen- und Kirschenland
Wissenswertes zum Weg „In Spalt, in Spalt, dou wern de Leut gor alt, sie kenna nix dafier, dös macht ös goute Bier“. So steht es geschrieben an der Wand eines traumhaft schönen Spalter Bierkellers, von dem aus man einen herrlichen Blick auf die mauerumringte fränkische Kleinstadt mit ihren Türmen und auf die mit Hopfen- und Kirschgärten, mit Feldern und Wäldern bedeckten Berge hat, die das liebliche Taler der Fränkischen Rezat umsäumen. Und wenn man an einem sonnigen Tag durch diese gesegnete Landschaft wandert, fühlt man sich wie im Paradies, auch wenn nicht gerade die Zeit der Kirschblüte ist, in der ein weißes Meer die umliegenden Dörfer wie Großweingarten, Hagsbronn, Schnittling, Fünfbronn, Theilenberg und Massendorf umgibt. Das Bier aus der Spalter Stadtbrauerei, früher gelagert in den kühlen Felsenkellern, auf die der Wanderer heute noch manchmal trifft, krönt so einen Wandertag – und für den Spalter ist es wie das tägliche Brot, das nährt und gesund hält. Aber auch wildromantische, von Moosen und Farnen bewachsene Schluchten mit Felswänden, Höhlen und Überhängen wie die „Massendorfer Schlucht“, das „Schnittlinger Loch“, das „Zigeunerloch“ kennzeichnen die Umgebung von Spalt. Das Wasser hat sich hier tief in den weichen Sandstein eingegraben und die Oberfläche „gespalten“ (daher wohl der Ortsname), hat sie zerfurcht, hat eine kleingliedrige, abwechslungsreiche Landschaft geschaffen, in der es viel bergauf und bergab geht, in der sich immer wieder neue Ausblicke ergeben. Und erst die Stadt selbst! Kreisförmig angelegt, zum größten Teil noch mit der von Türmen bestandenen mittelelterlichen Mauer umgeben. Typisch fränkische Häuser mit hohem Giebel, viele noch mit Fachwerk; manche aus dem Mittelalter, wie die mächtige Hopfensignierhalle von 1430, einst Getreidespeicher, das bekannte Hopfengut Mühlreisig etwas außerhalb der der Stadt und das Zollhäuschen an der Rezat; aber auch barocke Gebäude prägen das Stadtbild, darunter das heutige Rathaus von Gabrieli und das ehemalige Kanonikatshaus, heute Kindergarten, sowie das Pfarrhaus, 1738 von Pedetti umgebaut. Schon 810 ist in Spalt ein Benediktinerkloster erwähnt, das wohl nur relativ kurz bestand. 1037 wird am gleichen Ort das Chorherrenstift St. Emmeram gegründet, 1294 unmittelbar daneben das Stift St. Nikolaus. 1619 wurden beide Stifte aus wirtschaftlichen Gründen vereinigt. Ihre beiden großen, sehenswerten Kirchen aber stehen als Wahrzeichen der Stadtnoch heute direkt nebeneinander. St. Emmeram, jetzt katholische Pfarrkirche, ursprünglich romanisch, wurde 1698/99 von Jakob Engel umgebaut. Bekanntestes Kunstwerk ist die „Spalatin-Madonna“, die Georg Spalatin, der berühmte Sohn der Stadt 1519 seiner Heimatstadt geschenkt hat. St. Nikolaus mit seiner mächtigen Fassade und den hohen Türmen wurde 1767-71 vom Deutschordensbaumeister Matthias Binder aus Ellingen an Stelle der alten Kirche von 1313 völlig neu gebaut. Unsere Wanderung führt aus der Stadt hinauf auf die Höhe, durch eine Schlucht zum „Zigeunerloch“ und hinüber nach Kalbensteinberg zur berühmten „Rieter-Kirche“. Zeit seines Lebens hat der Nürnberger Patrizier Hans Rieter, dessen Familie 1437 in den Besitz dieses Gotteshauses gelangte, Kunstschätze gesammelt. Einen Großteil davon beherbergt dieses gotische Kleinod: Flügelaltäre, Heiligenfiguren und Tafelbilder, einen geschnitzter Palmesel und Glasgemälde. Die Wände schmücken prächtige Totenschilde der Familienangehörigen. Wer möchte, kann vor dem Rückweg durch das idyllische Rezattal auch noch nach Theilenberg hinaufsteigen. Er wird belohnt mit einem phantastischen Rundblick. Weitere Bilder Kulturwanderung |