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Schmucke Barockkirchen, stattliche Ruinen, schroffe Felswände
Wanderung im Urdonautal rund um Wellheim
Wissenswertes zum Weg Der Markt Wellheim, bekrönt von einer stattlichen Burgruine, liegt gerade 10 km Luftlinie von Eichstätt entfernt. Er gehört zwar zum Landkreis, aber nicht zur Diözese Eichstätt, ist vielmehr ein in den Fränkischen Jura vorgeschobener „Vorposten“ der Diözese Augsburg. Traumhaft ist die Landschaft - ein Werk der Urdonau. Sie war hier die landschaftsbildende Kraft, bevor sie ihren Lauf durch das von ihr geschaffene heutige Altmühltal verlegte und den „direkten“ Weg über Ingolstadt nach Regensburg nahm. Sie schuf den weiten Wellheimer Talkessel, in dessen Mitte jedoch hartes Gestein ihren Erosionskräften Widerstand leistete. So entstand ein Umlaufberg, der „Galgenberg“ mit herrlicher Aussicht auf Wellheim und Konstein. Aber auch die mächtigen Felsen, die aus dem Wald bei Aicha ragen, und der weithin sichtbare Dohlenfelsen sind ihr Werk – ein viel besuchtes Kletterparadies, durch das der anspruchsvolle „Oberlandsteig“ führt. Am Fuß des Galgenberges liegt die Karstquelle der Schutter, die aus großer Tiefe gespeicherten Wasservorräten gespeist wird. Nicht nur diese Schönheiten der Natur fordern heraus, das Wellheimer Gebiet auf einer Wanderung kennenzulernen. sondern die Schätze der Kunst und Kultur. Das Ortszentrum ist geprägt von der Pfarrkirche St. Andreas, dem sie umgebenden Friedhof, dem Pfarrhaus und dem ehemaligen „Torhaus“. Das Gotteshaus wurde um 1700 erbaut und reich mit barocken Kunstwerken ausgestattet. Zwischen ihm und dem vorbildlich renovierten Pfarrhaus liegt der Friedhof, an dessen Gräber ausschließlich Holzkreuze aufgestellt werden dürfen. Er hat Wellheim weit bekannt gemacht. Von der ehemaligen Marktbefestigung ist das westliche Torhaus nahe der Kirche erhalten – heute Fremdenverkehrsamt und Heimatmuseum. Die eindrucksvolle Burgruine mit ihrem ca. 35 m hohen Bergfried lohnt einen Besuch auch wegen des weiten Blicks auf Wellheim und das Urdonautal. Immer wieder wechselten die Herren der Burg, bis sie 1683 der Fürstbischof von Eichstätt kaufte und damit bis 1803 der (weltliche) Landesherr der Wellheimer war. Von der auf einem isolierten Felskegel gelegenen, einst dreistöckigen turmartigen Burg im nahe gelegenen Konstein sind nur noch geringe Reste erhalten - so ein Torbogen des inneren Mauerrings. Ihr Umfeld ist vorbildlich neu gestaltet. Zusammen mit der gegenüber liegenden barocken, heute evangelischen „Apostelkirche“, der 1958/60 erbauten Filialkirche St. Ägidius und der ehemaligen „Villa“, einem einst zur Glashütte gehörenden repräsentativen Wohngebäude, ist hier ein sehenswertes Bauensemble entstanden. Mehr als 400 Jahre lang bot in Konstein eine Glashütte zeitweilig über 500 Menschen Arbeit und Brot. 1986 musste sie ihre Tore schließen. Im nahen Spindeltal liegt an der Grenze der beiden Bistümer die Ruinenkirche „Unserer Lieben Frau“ Die 1989 wieder eingeweihte, gesicherte und ergänzte Ruine zeugt von den früheren Grenzstreitigkeiten. Nicht zuletzt ging es dabei um die Wallfahrtseinkünfte. Die Unstimmigkeiten zwischen den Pfarreien Rögling (Eichstätt) und Wellheim (Augsburg) führten schließlich 1783 zur Demolierung. Heute ist wieder religiöses Leben zurückgekehrt: Die romantisch gelegene Kirche ist ein gern besuchter Wallfahrtsort. Die dort 1931 ausgegrabene Madonna aus Sandstein steht heute in der Kirche im nahen Ensfeld. Ein Kleinod ist auch die Pfarrkirche St. Leonhard in dem auf der Jurahochfläche gelegenen Dorf Gammersfeld, 1721-22 erbaut und u. a. vom Eichstätter Stuckateur Jakob Egg barock ausgestattet.Weitere Bilder Kulturwanderung |