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Durchs fränkische Vogelparadies
Wissenswertes zum Weg
Wem sind sie beim Vorbeifahren noch nicht aufgefallen, die Störche auf dem Turm der Kirche St. Jakobus in Muhr am See? Seit vielen Jahren kommen sie im Frühjahr verlässlich wieder und finden hier Lebensraum und Nahrung - trotz des Eingriffs in die Natur durch den Bau des Altmühlsees, der sich hier inzwischen als Segen erwiesen hat. Die ausgedehnten, auch im Sommer häufig überschwemmten Wiesen im Altmühlgrund zwischen Ornbau und Gunzenhausen waren schon immer ein Paradies für zahlreiche Vogelarten. Durch den Bau des Sees jedoch wurde die Hälfte dieses Feuchtwiesengebietes für immer mit Wasser bedeckt. Damit drohten die Vögel einen großen Teil ihrer wertvollen Brut- und Nahrungsplätze zu verlieren. Um dies zu verhindern schuf man die Vogelinsel und beließ im Norden des Sees auf einer Fläche von 1100 ha das Feuchtwiesengebiet „Wiesmet“. Heute ist es als das wichtigste Wiesenbrütergebiet Bayerns Brutstätte und Nahrungsplatz für 300 Vogelarten, vor allem typische Wiesenbrüter, darunter 16 der vom Aussterben bedrohten Arten der „Roten Liste“. Großer Brachvogel und Uferschnepfe, Wiesenpieper, Schafstelze, Braunkehlchen, Grauammer und viele andere brüten hier. 170 Landwirte bewirtschaften das Wiesmet unter der Fachaufsicht des Landschaftspflegeverbandes Mittelfranken. Sie verzichten weitestgehend auf Düngung, pflegen und mähen die Wiesen sachgerecht, schaffen neue Biotope wie z.B. Flutmulden und Flachtümpel oder verbessern die vorhandenen und vernetzen die ökologisch hochwertigen Kerngebiete. Mit diesen vielfältigen Maßnahmen sichern sie den dauerhaften Erhalt dieses Lebensraums.
Eine Wanderung durch das Wiesmet, das nur in den Monaten Juli bis März betreten werden darf, erschließt zugleich ein traumhaft schönes Stück Mittelfranken. Von der weiten Wiesenniederung geht der Blick zu den umliegenden fränkischen Dörfern und Städtchen wie Ornbau, Weidenbach, Arberg, Mörsach und Muhr, die alle einen eigenen Besuch wert wären, bis zu den Höhen, die den Altmühlgrund begrenzen. Ihren Höhepunkt findet sie im Besuch der Vogelinsel, einem Mosaik aus zahlreichen Flachwasserbereichen, Schlickflächen und Inselchen mit Schilfwäldchen, Feuchtwiesen und Büschen. Nur Tieren und Pflanzen ist dieses rund 200 Hektar große „Naturparadies aus Menschenhand“ vorbehalten; Einblick gestattet nur der 1,5 km lange Rundweg mit einem Beobachtungsturm. Vogelkundler aus ganz Europa kommen hierher zur Vogelbeobachtung, und es muss ein großes Erlebnis sein, hier früh am Morgen die Vögel zu beobachten und ihrem Gesang zu laschen.
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