|
Wunderbarer Quell im Jurafels
Auf den Spuren des Bistumsgründers Willibald durch
den Attenfelder Forst

Kapelle "Willibaldsruh"

Stein neben der Kapelle
Informationen
Ausgangspunkt: Für die
Wanderung: Meilenhofen, ca. 3 km westlich von Nassenfels
(P an der Südseite der Kirche). Für die Teilnahme an der
Prozession und Hl. Messe am 10. Juli: Attenfeld, ca. 4
km südwestlich von Nassenfels.
Wanderweg: Ca. 12,5 km,
nur geringe Steigungen. Halb Wald, halb offenes Gelände
ohne Schatten. Unterschiedliche (befestigte, aber auch
stark begraste und u. U. nasse) Wirtschaftswege.
Willibaldsfest: Am 10.
Juli, 9.30 Uhr Prozession von der Kirche in Attenfeld
zur „Willibaldsruh“ (gut 1 km), dort ca.10 Uhr Hl.
Messe. |
Weg:
Vom P in Meilenhofen auf dem Radweg (Straße) östlich bis
Zell a. d. Speck. Am Ortsanfang rechts hinüber zum
Waldrand. An der Lourdesgrotte links. Auf dem Waldweg
praktisch parallel zum Tal bis zu einer Brücke. 10 m
davor scharf rechts zum Wald. Am Waldrand zur
Staatsstraße, diese überqueren und auf dem Feldweg
gegenüber zu einer Baumgruppe. Hier rechts aufwärts, den
Teerweg überqueren und auf dem Grasweg geradeaus weiter.
An seinem Ende rechts. Kurz nach einer Kapelle erneut
über die Straße und geradeaus zum Wald. Am Waldrand
bleiben bis zum 2. (!) abzweigenden (= ungeteerten)
Feldweg. Dort links, nach 200 m rechts aufwärts
(Baumreihe). Auf dem querenden Teerweg kurz rechts, dann
links (wieder Grasweg). Auf dem bald nach einer kleinen
Hütte aus dem Wald kommenden Weg links abwärts, am
aufgelassenen Steinbruch vorbei. Die Straße überqueren,
auf dem Teerweg gegenüber aufwärts und nach knapp 200 m
links abwärts nach Attenfeld. Bei der Einmündung im Ort
rechts, in westlicher Richtung wieder aus dem Dorf
hinaus. An der Gabelung bei einem Feldkreuz rechts und -
auf dem Schotterweg bleibend - in den Wald. Ca. 200 m
nach Waldbeginn führt ein unbefestiger Weg zur 50 m
links gelegenen „Willibaldsruh“. - Auf dem Forstweg
weiter, der bald einen großen Rechtsbogen macht und
wieder nach Osten führt, bis zur Einmündung in einen von
rechts kommenden Schotterweg (gut 2 km nach der
Willibaldsruh). Auf ihm links. Am Waldende auf der
Straße links, nach ca. 150 m (Parkbucht) rechts zum
Wald, links auf den geschotterten Weg und auf ihm
bleibend durch den Wald ins Schuttertal. Nach dem
Brücklein über den Speckgraben rechts und an ihm entlang
nach Meilenhofen.
Die Wegskizze für diese Wanderung
zum Ausdrucken können Sie bei mir per
E-Mail kostenlos anfordern.
|

Attenfeld ist eine uralte Siedlung nahe Nassenfels.
Die "Willibaldsruh" liegt im Wald westlich des Dorfes.
Wissenswertes zum Weg
Wenn der Hl. Willibald heute, in unserer lauten und hektischen Welt,
ein Plätzchen zum Ausruhen von seiner Missionsarbeit und zum
seelischen „Aufbau“ suchen würde, vielleicht würde er wieder
dieselbe, für heutige Verhältnisse einsame Gegend suchen, die ihm
eine Legende als Ruheort auf einer seiner Wanderungen „zuweist“: Die
Gegend um das uralte Dorf Attenfeld nahe Nassenfels.

Willibaldsaltar in der Kapelle |
So erzählt man sich: Als
Willibald die Wälder durchzog, die Einzelgehöfte aufsuchte
und Christus verkündete, legte er mit seinem Maultier eine
Rast ein. Da er großen Durst hatte, betete er zu Gott um
Wasser und fand dieses auf wunderbare Weise in den Löchern,
die sein Pferd mit seinen Hufen in einen Felsbrocken
geschlagen hatte. Er segnete den Stein, und von dieser
Stunde an vertrocknete das Wasser nie wieder und steht auch
in der heißesten Sommerzeit in den Löchern.
– Im 19. Jahrhundert wurde an der Stelle einer bereits 1750
genannten Vorläuferkapelle neben diesem kleinen
Felsen im Wald, gut 1 km westlich von Attenfeld, zu Ehren
des Bistumspatrons die heutige Kapelle „St. Willibaldsruh’“
erbaut. |
Führt man sich die Situation zur Zeit
Willibalds vor Augen, besteht durchaus die Möglichkeit, dass
Willibald hier gewesen sein könnte. Führte doch in dem einst von den
Römern besiedelten Gebiet ganz in der Nähe die ehemalige Römerstraße
von Steppberg nach Nassenfels vorbei – zur Zeit Willibalds ganz
sicher noch viel benutzt. Auch für das „Wasser aus dem Stein“
liefert die Wissenschaft heute eine Erklärung. Das in den Löchern
des 100 Millionen Jahre alten Kreidequarzits stehende Wasser enthält
leicht schwefelige Säuren, die vom Laubfall stammen. Sie lösten das
Bindemittel im Stein auf und „schufen“ so die Löcher. Dafür, dass
sich darin ständig Wasser befindet, ist das Kleinklima im Wald
verantwortlich: Hier im Attenfelder Forst, wo es noch mehrere
solcher Steine gibt, ist es kühl und feucht - die Luftfeuchtigkeit
beträgt 90%. Dadurch kondensiert in den Löchern - eines davon ist
über 50 cm tief - ständig Wasser, das durch den geringen Querschnitt
der Lochöffnungen nur sehr schwer verdunsten kann.
Aber was kümmern den gläubigen
Menschen solche historische Wahrscheinlichkeiten und
wissenschaftlichen Erklärungen! Er sieht in solchen frommen Legenden
ein Zeichen für das Wirken Gottes durch seine Heiligen - wie
durch Mose, der auf Geheiß Gottes Wasser aus dem Felsen schlug und
den Durst des Volkes Israel löschte. Oder durch Sola, der auf seinen
Wanderungen mit seinem Stab auf die Erde schlug und damit eine bis
heute nie versiegende Quelle entspringen ließ. Dieser Glaube ist
es, der alle Jahre am Fest des Hl. Willibald Menschen aus der
ganzen Umgebung in einer feierlichen Prozession zur Kapelle im Wald
ziehen lässt – bei schönem Wetter 1000 und mehr.
Unsere Wanderung gibt Gelegenheit, unabhängig davon die Willibaldruh´
auf einem längeren Weg zu „erwandern“. Sie beginnt an der 1629
geweihten Kirche St. Michael in Meilenhofen mit barocker
Ausstattung, aber auch wertvollen spätgotischen Schnitzwerken, führt
ein Stück durch das idyllische Schuttertal, vorbei am archäologisch
und botanisch hoch interessanten Speckberg und, mit weiten
Ausblicken auf das Schuttertal bis hin nach Ingolstadt, über Attenfeld zur Willibaldsruh´.
Zurück zur Übersicht "Bistum"
|