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Schatzkästchen der Kunstgeschichte
Wissenswertes zum Weg
„Gottesruhkapelle“ heißt die kleine Kirche in idyllischer Lage nur wenig westlich der Stadt Windsbach. Der Ritter und Amtmann Hanns von Hellberg ließ sie um 1400 auf eigene Kosten errichten, nach der Legende zum Dank für seine Genesung am Heiligen Grab in Jerusalem auf einer Pilgerfahrt ins Heilige Land. „Seine“ Kapelle sollte ebenso weit außerhalb der Mauern von Windsbach stehen, wie damals das hl. Grab von der Stadt Jerusalem entfernt lag. Dass die Gottesruhkapelle heute der kunstgeschichtlich wohl bedeutendste Bau der Stadt ist, ist einer Renovierung im Jahr 1947 zu verdanken. Damals legte man einen unter alten Putzschichten fast vollständig erhaltenen Freskenzyklus frei: In den vier Feldern des Chorgewölbes die Evangelistensymbole, an den Chorwänden Apostelkreuze und Szenen aus dem Leben Christi, über dem Chorbogen das Jüngste Gericht, an der Nordwand des Kirchenschiffes Szenen aus dem Leben der Gottesmutter und dem Alten Testament, an der Südwand aus der Apostelgeschichte. Sie alle stammen vom selben Künstler und dürften kurz nach der Erbauung der Kapelle etwa 1400-1420 entstanden sein. Obwohl sie teilweise nur schlecht erhalten sind, vermitteln sie einen guten Eindruck von der einstigen Pracht der Wandmalereien, mit der diese Kirche im Sinne einer „Armenbibel“ ausgestattet war, und machen sie zu einer überaus stimmungsvollen Stätte der inneren Einkehr. Schon um die Mitte des 14. Jahrhunderts stand hier, in der Nähe des „Richtwasens“, der mittelalterlichen Hinrichtungsstätte, eine Vorgängerkapelle, die Hanns von Hellberg um 1400 zur Gottesruhkapelle umbauen und erweitern ließ. Der 30-jährige Krieg führte zu einer Verwahrlosung des Gotteshauses. Wiederholt wurde es danach renoviert und umgestaltet. Schon von Anfang an gehörte zur Gottesruh auch ein Aussätzigenhaus, das später Siechhaus wurde. Von 1918 bis 1980 war es Altenheim. Unsere Wanderung führt von der Kapelle über den „Kapellberg“ zu den Windsbacher Ortsteilen Ismannsdorf und Speckheim im Tal des Mühlbachs und durch das Waldgebiet „Prünst“ und über den „Kellerberg“ zurück. Sie sollte unbedingt durch einen Rundgang in Windsbach ergänzt werden. Die Stadt an der Fränkischen Rezat, seit 1946 Heimat des später nach ihr benannten weltberühmten Knabenchors, verdankt ihre Entstehung und Entwicklung der Lage an der Furt einer ehemaligen Heer- und Handelsstraße, die von Nürnberg nach Ulm und Straßburg führte. Von 1291 bis 1791 war sie im Besitz der Burggrafen von Nürnberg beziehungsweise Markgrafen von Brandenburg-Ansbach und einer ihrer Amtssitze. Ihre Mittelachse bildet die sich zum Marktplatz verbreiternde Hauptstraße, die eingerahmt ist vom historischen Rathaus von 1749 und stolzen fränkischen Fachwerkhäusern aus dem 17. Jahrhundert. Sie zeugen noch heute von der einstigen Wohlhabenheit der Bürger. Den Zugang zum einst mit einer Mauer umgürteten Ort bilden das repräsentative Obere und das schlichte Untere Tor, beide aus dem 18. Jahrhundert. Letzterem vorgelagert ist die Markgrafenbrücke, erbaut 1790-92. Wahrzeichen von Windsbach ist der Stadtturm, ein Rest der mittelalterlichen Burg. Die Stadtpfarrkirche St. Margareta wurde 1728-30 vom ansbachischen Baumeister Karl Friedrich von Zocha nach Plänen von Johann David Steingruber errichtet.
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