Beim Dichter des Mittelalters in Wolframs- Eschenbach


Ein Rundgang durch die Geburtsstadt des Minnesängers und "Vaters" des Parzival

 


Wolfram von Eschenbach, dargestellt in der Manessischen Liederhandschrift

 

Informationen

 

Lage: Wolframs-Eschenbach liegt ca. 20 km südöstlich von Ansbach.

Parken: Am besten auf dem Parkplatz am Unteren Tor (Festplatz). Dort informiert eine Tafel mit dem Stadtplan über den Weg zu den Sehenswürdigkeiten.

Sehenswürdigkeiten: An den historischen Bauten finden sich Schilder mit den wichtigsten Daten. Der „Rundgang Stadtgraben“  ist mit Hilfe von Wegweisern (z. B. am Unteren Tor) leicht zu finden.

Museum: Geöffnet November bis März nur Sa. und So. 13 – 16 Uhr, sonst Di. – So. 14 – 17 Uhr, So zusätzlich 10.30 – 12 Uhr. Erwachsene € 2.--, ermäßigt € 1.--, Familien € 4.--, Gruppen ab 10 Personen je 1.—

 


Rathaus mit Denkmal Walframs

 


Denkmal Wolfram von Eschenbach

 

 


Blick auf die mauerumwehrte Stadt vom Seeweiher aus.
Links das  untere Stadttor, in der Mitte das Liebfrauenmünster

 

Wissenswertes

 

„Halte still, Wanderer. Du bist nahe an den Gebeinen des großen Dichters, die im Grunde dieses Liebfrauenmünsters seliger Auferstehung harren“. Diese Inschrift auf einem Gedenkstein aus dem Jahr 1922 erinnert im Liebfrauenmünster an den größten Sohn der Stadt, die sich 1917 nach ihm benannte, Wolfram von Eschenbach, der von etwa 1170 bis 1220 lebte. In der Manessischen Liederhandschrift ist er als kampfbereiter Ritter in prächtiger  Rüstung mit Panzerkleid und Waffenrock, Schild und Schwert, Topfhelm und geschlossenem Visier dargestellt. Doch sein Ruhm gründet nicht auf seinen Heldentaten, sondern auf seinem dichterischen Werk, das durch etwa 80 Handschriften überliefert ist. Es sichert ihm den höchsten Rang unter den Erzählern und Dichtern des deutschen Mittelalters.

Als Mitte des 19. Jahrhunderts eine vom Bayernkönig Maximilian II. eingesetzte wissenschaftliche Kommission einmütig zu dem Schluss kam, das damalige Obereschenbach sei unter den 30 sich um diesen Ruhm bewerbenden Orten tatsächlich Wolframs Geburtsort, stiftete der König der Stadt das Denkmal des bekränzten Minnesängers mit Harfe und Schwert auf dem heute nach ihm benannten Platz inmitten der Stadt. Das Wolfram-von-Eschenbach-Museum im spätgotischen Alten Rathaus vermittelt einen guten Eindruck von seinem bewegten Leben. Noch 1608 ist das Grabmal mit seinen sterblichen Überresten im Eschenbacher Liebfrauenmünster bezeugt; seit den Wirren des 17. Jahrhunderts ist es verschollen.

Man glaubt sich ins Mittelalter versetzt, wenn man das Städtchen mit seinen romantischen Gassen und Plätzen, aber auch seinen repräsentativen historischen Gebäuden durch eines der beiden Tore betritt. Um das Liebfrauenmünster gruppieren sich auf engstem Raum prächtige Bauten aus dem Mittelalter und der Renaissance. Das Deutschordensschloss von 1623, durch einen dezenten Glasbau mit der einstigen Zehentscheune verbunden, ist seit 1859 Rathaus. Es erinnert an den einstigen Herren der Stadt. Von  etwa 1220 bis zur Säkularisation gehörte sie dem Deutsche Orden, knapp 100 Jahre als eigene Kommende mit Ordensrittern, dann als Pflegamtssitz der Nürnberger Deutschherren. Amtssitz des Vogts war die „Vogtei“, heute als „Alte Vogtei“ ein bekanntes Gasthaus. Der prächtige Fachwerkbau aus der 2. Hälfte des 14. Jahrhunderts ist ausgestattet mit Holzdecken aus der Gotik und Stuckdecken aus der Renaissance. Die  benachbarte Fürstenherberge von 1609 mit ihrem einzigartigen Sgraffitoputz  diente durch Jahrhunderte hohen Gästen als  Quartier.

. Besonders die zahlreichen, bestens renovierten Fachwerkhäuser an der Hauptstraße und Färberstraße, z. T. aus dem 15. Jahrhundert, prägen das Straßenbild. Das Hohe Haus, das Pfründehaus, das Lammwirtshaus und Gasthaus zur Traube, die Wolfen-schmiede, die Prinstnerscheune an der Deutschordensstraße und einige Ackerbürgerhäuser geben dem Städtchen sein unverwechselbares fränkisches Gesicht.

Den Mittelpunkt bildet das Liebfrauenmünster, die Pfarrkirche der Stadt, eine gotische Hallenkirche. Ihr größtes Kleinod ist der Rosenkranzaltar. Die Wundmale Christi untergliedern den Kreis von 50 weißen Rosen. Er umschließt die Heiligen des Alten und Neuen Bundes mit dem Gekreuzigten in der Mitte, die uns auf das Ziel unseres Lebens verweisen, den Himmel.

Ein Rundweg  im Stadtgraben entlang der fast vollständig erhaltenen Stadtmauer mit dem Unteren und Oberen Tor, letzteres mit Barbakane und mit mehreren Wehrtürmen, wie dem Bürgerturm und dem Hungerturm, ist zugleich stimmungsvoller Abschluss eines Rundgangs und vermittelt den besten Eindruck von der einstigen Wehrhaftigkeit der Stadt


Hauptstraße mit den bedeutendsten historischen Bauwerken: Von links: Fürstenherberge, Benefiziatenhaus, Alte Vogtei, Deutschordensschloss und Geibelseite des Alten Rathauses

 


Rosenkranzaltar im Liebfrauenmünster


Deutschordensschloss

 

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